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„Wir haben Hunger“: Gewaltsame Proteste in Venezuela

Caracas „Wir haben Hunger“: Gewaltsame Proteste in Venezuela

Der Unmut in der Bevölkerung angesichts der schlechten Versorgungslage in Venezuela nimmt zu. In dem südamerikanischen Erdölstaat mehren sich blutige Ausschreitungen.

Caracas. Bei Protesten gegen den Mangel an Lebensmitteln sind in Venezuela Medienberichten zufolge mindestens ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt worden.

In der Stadt Cumaná im Nordosten des erdölreichen Landes hätten aufgebrachte Demonstranten am Dienstagabend (Ortszeit) Dutzende Supermärkte, Bäckereien und andere Geschäfte geplündert, schrieb die Zeitung „El Nacional“. Ein Mann sei dabei durch Schüsse ums Leben gekommen, die von einem vorbeifahrenden Motorrad aus abgefeuert worden seien. Zudem wurden dem Bericht zufolge zehn weitere Menschen verletzt und rund 150 festgenommen. Die oppositionelle Abgeordnete Milagros Paz sprach von zwei Toten und 25 Verletzten.

Zu den Ausschreitungen in der Hauptstadt des Bundesstaates Sucre kam es laut Presseberichten, nachdem Hunderte Bürger stundenlang vor Geschäften Schlange gestanden hatten, um auf Nahrungsmittel zu warten. Polizisten und die militarisierte Nationalgarde patrouillierten in den Straßen, hieß es.

Selbst in Hochburgen der Sozialisten in der Hauptstadt Caracas wächst wegen der schlechten Versorgung der Widerstand gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro. „Wir haben Hunger“, skandierten aufgebrachte Demonstranten am Dienstagabend in dem Armenviertel „23 de Enero“ im Westen von Caracas. Sie forderten einen besseren Zugang zu Brot, Milch und anderen Grundnahrungsmitteln.

In dem am Rande des Ruins stehenden Land gilt ein Ausnahmezustand, die Repression hat deutlich zugenommen. Die im Parlament dominierende Opposition wirft Maduro vor, den Weg in Richtung einer Diktatur bereiten zu wollen. In dem Land mit den größten Ölreserven der Welt mangelt es an Nahrungsmitteln, den Krankenhäusern gehen die Medikamente aus. Grund sind Misswirtschaft, eine tiefe Rezession und ein Devisenmangel, um Waren einführen zu können. Überall gibt es lange Schlangen, besonders vor Supermärkten und Bäckereien. 

Die Opposition will Maduro per Referendum absetzen - er und die seit 1999 regierenden Sozialisten versuchen, dies zu verzögern. Denn findet es erst nach dem 10. Januar 2017 statt und Maduro wird abgewählt, gäbe es gemäß Verfassung keine Neuwahlen. Dann würde Maduros Vizepräsident die Amtsgeschäfte weiterführen und die Sozialisten blieben bis mindestens 2019 an der Macht. 

dpa

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