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Nachrichten Von Fuchs bis Agali: Hansa holte durch Transfers Millionensummen rein
Nachrichten Von Fuchs bis Agali: Hansa holte durch Transfers Millionensummen rein
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00:00 03.09.2013
Rostock

Der FC Hansa war 1991 gerade auf dem Weg zu seinem ersten Meistertitel und dem Bundesliga-Aufstieg, als die Rostocker die lukrative Seite des Fußball-Geschäfts kennenlernten. Sturmtalent Henri Fuchs wurde für 2,5 Millionen D-Mark (heute rund 1,25 Mio. Euro) an den 1. FC Köln verkauft — der erste Millionentransfer in Hansas Vereinsgeschichte.

Über viele Jahre hinweg hatte sich der Klub von der Ostsee durch Spielerverkäufe zu einem guten Teil selbst finanziert. Oder die Lizenz gerettet wie 1993 beim Verkauf von Olaf Bodden und Jens Dowe für insgesamt rund zwei Millionen D-Mark an 1860 München.

Die Liste der Millionenverkäufe liest sich wie das „Who is who“ der jüngeren Vereinsgeschichte. Von René Schneider (1996 für umgerechnet 2,3 Mio. Euro zum BVB) über Jonathan Akpoborie (3,5 Mio./VfB Stuttgart), Stefan Beinlich (1,25 Mio./Leverkusen), Sergej Barbarez (1,1 Mio./ BVB), Marko Rehmer (3,6 Mio./ Hertha), Oliver Neuville (4,5 Mio/Leverkusen) bis zum Königstransfer: 2001 zahlte Schalke für Victor Agali bis heute unerreichte 5,1 Mio. Euro an Hansa. 2006 schnürte Bayern München für das damals 16-jährige Ausnahmetalent Toni Kroos ein Ablöse-Gesamtpaket über rund eine Million Euro.

Für Neuville hatten die Ostseestädter erstmals selbst tief in die Tasche gegriffen. Trainer Ewald Lienen brachte den Angreifer 1997 für 1,8 Mio. Euro von CD Teneriffa mit an die Ostsee. Eine Investition, die sich lohnte: Aus dem schmächtigen Stürmer wurde ein Nationalspieler, der für das Zweieinhalbfache weiterverkauft wurde.

Das klappte bei Rade Prica nicht. Für den Schweden zahlten die Rostocker ihre Rekordablöse von 2,2 Millionen Euro, doch die großen Hoffnungen erfüllten sich nicht. Danach investierte der Klub nur noch einmal, 2008 für Martin Retov (1 Mio.), siebenstellig. An den Folgen des Einkaufs mit Geld des Hannoveraner Finanz-Moguls Carsten Maschmeyer trägt der Verein noch heute. Die Zeiten der sprudelnden Millionenquellen sind beim Drittligisten Geschichte. Zuletzt brachten nur noch die Transfers von Kevin Pannewitz (zum VfL Wolfsburg) und Nils Quaschner (SC Liefering/Österreich) jeweils 300 000 Euro ein. Kai Rehberg

OZ

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