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Nachrichten „Vorwürfe werden sich als haltlos erweisen“
Nachrichten „Vorwürfe werden sich als haltlos erweisen“
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03:40 28.08.2013
Christian Wulffs Anwälte Michael Nagel (l.) und Bernd Müssig.

Der Prozess wird auf einen Freispruch von Christian Wulff hinauslaufen, sagen die Anwälte des früheren Bundespräsidenten, Bernd Müssig und Michael Nagel.

OSTSEE-ZEITUNG: Das Verfahren gegen Christian Wulff ist eröffnet worden — für Sie eine Überraschung?

Bernd Müssig: Die Entscheidung war nicht unser Ziel, aber sie kann nicht überraschen. Es ist der Regelfall. Bemerkenswert ist aber, dass das Gericht selber in seiner Mitteilung den Fall als Grenzfall bezeichnet.

Michael Nagel: Entscheidend ist, dass der von der Staatsanwaltschaft erhobene Vorwurf vom Tisch ist. Es geht nur noch um Vorteilannahme im Zusammenhang mit dem Oktoberfest im Jahre 2008.

OZ: Womit rechnen Sie?

Nagel: Die Vorwürfe werden sich als haltlos erweisen.

Müssig: Nach unserer festen Überzeugung wird das Ergebnis der Hauptverhandlung ein Freispruch sein. Herr Bundespräsident a. D. Christian Wulff wird dadurch vollständig rechtlich rehabilitiert werden.

OZ: Wie hat er auf die Entscheidung reagiert?

Michael Nagel: Ihn hat es geärgert, dass zum wiederholten Mal die Entscheidung des Gerichts vorab an die Medien gelangt war.

OZ: Sie haben versucht, die Eröffnung des Verfahrens zu verhindern. Ist diese Entscheidung nicht doch eine Niederlage für Sie?

Nagel: Die Entscheidung sagt nichts darüber aus, wie das Gericht am Ende entscheiden wird. Das Hauptverfahren wird eröffnet, um Zweifelsfragen zu klären und sicher feststellen zu können, dass an den Vorwürfen nichts dran war.

OZ: Besteht noch die Möglichkeit, einen Prozess durch Zahlen einer Geldauflage abzuwenden?

Müssig: Wir wollen nicht spekulieren. Aber die Haltung von Christian Wulff und seiner Verteidigung ist klar: Wir wollen einen Freispruch und die vollständige rechtliche Rehabilitierung.

OZ: Wird Christian Wulff bei der Hauptverhandlung anwesend sein?

Michael Nagel: Das ist gesetzlich geregelt: Er muss anwesend sein.

Interview:

Heiko Randermann

OZ

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