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Schwere Schäden und Behinderungen durch Sturm „Xavier“

Rostock Schwere Schäden und Behinderungen durch Sturm „Xavier“

Sturmtief „Xavier“ war von den Wetterdiensten angekündigt worden. Doch die Wucht, mit der er über den Norden fegte, überraschte. Ein Lastwagenfahrer wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen.

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Unfallstelle an der B 191 in Neu-Karstädt.

Quelle: Jens Büttner

Rostock. Das Sturmtief „Xavier“, das mit hohen Windgeschwindigkeiten über Mecklenburg-Vorpommern gefegt ist, hat bei Ludwigslust ein Todesopfer gefordert. Am Donnerstagnachmittag kippten an der Bundesstraße 191 in Neu-Karstädt durch starke Windböen Bäume um. Nach Angaben der Rettungskräfte landete einer dieser Bäume oder ein Ast auf dem Fahrerhaus eines Lastwagens. Der 51 Jahre alte Fahrer habe bei dem Unfall tödliche Kopfverletzungen erlitten, sagte ein Sprecher. Die Fahrerkabine sei völlig zerstört worden. Die Bundesstraße war mehrere Stunden voll gesperrt.

 

Sturmtief „Xavier“ fegte nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia mit Windstärken von 9 bis 11 über Mecklenburg-Vorpommern hinweg. Die Spitzenwerte seien in Lübz mit Windgeschwindigkeiten von 111 Kilometer pro Stunde (Windstärke 11) gemessen worden. In Goldberg und Schwerin seien Werte von 93 Kilometer pro Stunde erreicht worden, sagte Wetterexperte Stefan Kreibohm. Durch das ungewöhnlich schnelle Auffrischen habe der Sturm große Schäden verursacht. Ergänzend sei dann noch ein „Windsprung“ hinzugekommen, bei dem die Windrichtung schnell von Süd-West auf Nord gedreht habe. Die belaubten und vom Regen nassen Bäume hätten ideale Angriffsflächen geboten.

Sprecher der Polizeipräsidien berichteten von vielen Einsätzen der Rettungsdienste bei umgestürzten Bäumen oder witterungsbedingten Unfällen, bei den mehrere Menschen leicht verletzt wurden. In Schwerin und in Boizenburg seien Dächer abgedeckt wurden.

Am Nachmittag wurde der komplette Bahnverkehr im Nordosten eingestellt. Zuvor war nur der westliche Teil des Landes mit den Strecken von Hamburg nach Schwerin und von Lübeck nach Bad Kleinen stillgelegt worden. Betroffen war auch der Fernverkehr, an mehreren Orten standen Züge, die nicht weiterfahren konnten. So musste im Bahnhof in Boizenburg ein IC halten und zwischen Hagenow-Land und Pritzier ein Eurocity. Wie viele Züge insgesamt und damit auch Reisende betroffen waren, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Unklar war auch, wie lange die Menschen ausharren mussten.

In mehreren Teilen des Landes mussten Straßen gesperrt werden, weil Bäume umgefallen oder sie von den Wassermassen überspült waren. Alleine im Landkreis Rostock wurden binnen drei Stunden 67 sturmbedingte Einsätze gezählt. Der Schwerpunkt lag in einem Streifen zwischen Kühlungsborn über Bützow bis nach Krakow am See. Hauptsächlich waren die Feuerwehren neben umgestürzten Bäumen mit Telefonmasten beschäftigt, insbesondere im waldreichen Südwesten des Landkreises, teilte ein Sprecher mit. Auf den Straßen in der Kühlung stand das Wasser teils kniehoch, nicht nur dort mussten Keller ausgepumpt werden.

In einem Großteil des Netzes des Versorgungsunternehmens Wemag kam es zu einem flächendeckenden Stromausfall. Die Störungen erstreckten sich über die Bereiche Westmecklenburg, Prignitz und Amt Neuhaus mit etwa 35 000 Kunden, teilte die Wemag mit. Die Störungsbeseitigung sei durch Straßensperrungen und umgekippte Bäume erschwert worden. Auch in diesem Fall konnte zunächst nicht gesagt werden, wie lange die Störung dauern werde.

Von „Xavier“ waren große Teile Deutschlands betroffen. In Hamburg starb eine Frau, als ein Baum auf ihr Auto fiel. Bei Gransee (Oberhavel) in Brandenburg flog ein Ast in eine Windschutzscheibe und habe einen Menschen getötet, teilte die Polizei mit. Zudem wurde in derselben Region eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen.

dpa/mv

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