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Trump besucht von „Maria“ verwüstetes Puerto Rico

Nach Twitter-Shitstorm Trump besucht von „Maria“ verwüstetes Puerto Rico

Zwei Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm sind die meisten Menschen auf Puerto Rico noch immer ohne Strom. Es fehlt an Lebensmitteln, Trinkwasser und Benzin. Nach harscher Kritik an seinem Krisenmanagement will sich Trump jetzt selbst ein Bild machen.

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Der Hurrikan „Irma“ hat schwere Verwüstungen hinter sich gelassen.

Quelle: Carlos Giusti

San Juan. Fast zwei Wochen ist es her, dass Hurrikan „Maria“ eine Schneise der Zerstörung durch die Karibikinsel Puerto Rico geschlagen hat. Inmitten scharfer Kritik an seinem bisherigen Krisenmanagement hat Präsident Donald Trump jetzt das verwüstete US-Außengebiet besucht.

„Wir haben viele großartige Menschen hier, die sehr hart arbeiten“, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit Militärs, Rettungskräften und Regierungsvertretern. „Wir können sehr stolz darauf sein, was wir in Puerto Rico leisten.“

Zuvor war Kritik laut geworden, dass die Hilfsmaßnahmen zu langsam anliefen. Noch immer sind die meisten Einwohner ohne Strom, viele haben kein fließendes Wasser. „Wir sterben hier und ihr tötet uns mit der Ineffizienz und eurer Bürokratie“, schimpfte zuletzt die Bürgermeisterin von Puerto Ricos Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz. „Ich habe genug davon, höflich zu sein. Ich bin stinksauer.“

Trump wies die Anschuldigungen zurück und stellte die Führungsfähigkeiten der Rathauschefin in Frage. Zudem unterstellte er den Puerto Ricanern eine übertriebene Anspruchshaltung. „Sie wollen, dass alles für sie getan wird, obwohl es eine gemeinschaftliche Anstrengung sein sollte“, schrieb er auf Twitter.

Bemängelt wurde vor allem, dass Trump so lange brauchte, um sich um die Katastrophe in Puerto Rico zu kümmern. Nach den Hurrikans „Harvey“ und „Irma“ war er innerhalb von Tagen nach Texas und Florida gereist. Vor seinem Abflug nach San Juan sagte Trump: „Ich glaube, wir haben in Puerto Rico genauso gut reagiert wie in Texas und Florida.“

Am Dienstag wollte sich der Präsident auch mit Bürgermeisterin Yulín Cruz treffen. Zudem waren Gespräche mit Hurrikanopfern, Rettungskräften, Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló und dem Gouverneur der ebenfalls hart getroffenen US-Jungferninseln, Kenneth Mapp, geplant.

„Mein Fokus wird darauf liegen, was wir brauchen, um Puerto Rico wieder aufzubauen“, sagte Rosselló vor seinem Treffen mit Trump. Der Gouverneur schätzt, dass die Karibikinsel mehr als 60 Milliarden US-Dollar (50,1 Milliarden Euro) für den Wiederaufbau benötigt.

Puerto Rico steckte bereits vor „Maria“ in einer schweren Wirtschaftskrise. Insgesamt liegt die Schuldenlast bei rund 70 Milliarden US-Dollar (rund 64 Milliarden Euro), hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Washington hat die Insel bereits unter Finanzaufsicht gestellt. Die Verbindlichkeiten sollen nun in einer Art Konkursverfahren restrukturiert werden.

dpa

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Twitter-Shitstorm als Antwort
Die Hilferufe von Carmen Yulin Cruz wurden von Donald Trump mit Vorwürfen gekontert: Sie sei unfähig, und die Demokraten hätten ihr offenbar gesagt, dass sie „fies zu Trump sein muss“.

Mit einem verzweifelten Hilferuf bittet Carmen Yulín Cruz das Weiße Haus um Beistand nach dem zerstörerischen Hurrikan „Maria“. Viele Puerto Ricaner fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. Mit seinen schulmeisternden Tweets gießt Präsident Trump weiter Öl ins Feuer.

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