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„Wir wollen gutes Geld für gute Arbeit“

„Wir wollen gutes Geld für gute Arbeit“

In Mecklenburg-Vorpommern sind 50 000 Beschäftigte vom Tarifkonflikt betroffen — indirekt noch mehr.

Schwerin/Magdeburg — Mehr als 1000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Mecklenburg-Vorpommern haben gestern zeitweise die Arbeit niedergelegt. Nach Gewerkschaftsangaben sind in MV knapp 50 000 Beschäftigte von den laufenden Tarifverhandlungen betroffen. Indirekt sind es jedoch noch mehr, da sich viele freie Kita-Träger bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter am öffentlichen Dienst orientieren.

Die meisten Warnstreik-Teilnehmer fuhren mit Bussen nach Schwerin und forderten bei einer zentralen Kundgebung vor der Staatskanzlei höhere Einkommen und bessere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. So brennt Auszubildenden auf der Seele, dass sie nach ihrer Lehre in der Regel erst einmal nur befristet für ein Jahr übernommen werden. Das war der Grund für Janine Petrick und Franziska Schleiff, beide Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten in der Schweriner Stadtverwaltung, zur Demo zu gehen. „Ich bin 27 und Mutter und wünsche mir Sicherheit für die Familie“, sagte Petrick. Auf ihrer Demo-Weste stand: „Wir sind es wert.“ Zu der Kundgebung waren auch Mitarbeiter von Landkreis- und Amtsverwaltungen sowie vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg gekommen.

Eine zentrale Forderung sei auch die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Bundesbeamten, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft dbb Beamtenbund und Tarifunion, Dietmar Knecht, zu den Demonstranten. „Scheinbar funktioniert der öffentliche Dienst in Deutschland viel zu gut. So gut, dass man euch den Respekt schuldig bleibt, für eure engagierte Arbeit auch angemessen bezahlt zu werden. Wir wollen aber gutes Geld für unsere gute Arbeit.“

An einer Kundgebung in Magdeburg hatten sich Beschäftigte aus Stadt- und Gemeindeverwaltungen, von kommunalen Betrieben und Berufsfeuerwehren, aus Kitas sowie von der Bundesanstalt für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland beteiligt. Maik Wagner, Vorsitzender des dbb Sachsen-Anhalt, beklagte fehlenden Nachwuchs im öffentlichen Dienst. „Unsere Forderung nach einer Erhöhung der Azubi-Entgelte und der unbefristeten Übernahme aller Auszubildenden sind wichtig, denn die Jugend ist angesichts des hohen Durchschnittsalters der Beschäftigten unverzichtbar“, sagte er. Die Arbeitgeber müssten heute mehr denn je um Nachwuchskräfte werben.

 



OZ

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