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100 Jahre Leuna: Merkel erinnert an Höhen und Tiefen

Leuna 100 Jahre Leuna: Merkel erinnert an Höhen und Tiefen

. Lange Röhren, große Kessel und viele Chemikalien-Lager — Leuna im Süden Sachsen-Anhalts ist ein Inbegriff der Chemieindustrie.

Leuna. . Lange Röhren, große Kessel und viele Chemikalien-Lager — Leuna im Süden Sachsen-Anhalts ist ein Inbegriff der Chemieindustrie. Vor 100 Jahren wurde der Grundstein gelegt, gestern besuchte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den heutigen Industriepark und blickte zurück auf eine bewegte Vergangenheit. „In 100 Jahren Chemiestandort Leuna spiegeln sich schlichtweg die Höhen und Tiefen deutscher Industriegeschichte wider“, so die Kanzlerin.

Ein wesentlicher Meilenstein kam mit der Wende in der DDR. Der einst marode Kombinatsstandort sollte mit Milliarden-Investitionen zu einer blühenden Landschaft werden. Am 25. Mai 1994 griff Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf einem Feld zur Schippe — zum symbolischen Baustart für die damals fünf Milliarden D-Mark teure Raffinerie. Das deutsch-französische Mega-Projekt galt als das größte der Nachkriegszeit.

Heute sieht die Branche Leuna als einen Vorzeigestandort für den Wandel. Mehr als 100 Firmen — darunter international tätige Großunternehmen wie der französische Mineralölkonzern Total oder der belgische Chemiekonzern Domo — haben sich auf dem 1300 Hektar großen Areal angesiedelt. Seit 1990 wurden mehr als sechs Milliarden Euro am Standort Leuna investiert, berichtete Christof Günther, Chef der Infrastruktur- und Servicegesellschaft Infraleuna GmbH. Zu DDR-Zeiten waren die einstigen VEB Leuna-Werke Walter Ulbricht und andere Chemie-Großkombinate wie im benachbarten Schkopau (Buna), Bitterfeld, Wolfen und Böhlen ziemlich heruntergewirtschaftet worden. Frühere Kombinate wurden von der Treuhand in Einzelteilen verkauft. Zudem siedelten sich an den dann sanierten Alt-Standorten oder auf der grünen Wiese nebenan neue Firmen an. Seit der Wende ging es wieder bergauf.„Heute steht Leuna sehr gut da“, sagte Günther. „Die Anlagen unserer Firmen hier sind gut ausgelastet.“ Pro Jahr werde ein Umsatz von rund zehn Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Geschichte von Leuna begann 1916 mit dem Bau einer Ammoniakfabrik im Auftrag der BASF. Aus Ammoniak wurden Düngemittel und die damals im Ersten Weltkrieg stark benötigten Sprengstoffe hergestellt. Verbunden mit Leuna sind auch Erfindungen wie der Grundstoff von Perlon für die Strumpfindustrie oder synthetische Treibstoffe auf Basis von Braunkohle als Erdöl-Ersatz.

Aber auch großes Leid gehört zur Geschichte des Werks südlich von Halle. So dienten Produkte wie das Leuna-Benzin in der NS-Zeit der Kriegsmaschinerie. Tausende Zwangsarbeiter mussten in Fabriken unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Petra Buch

OZ

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