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Wirtschaft 14000 Küsten-Metaller im Warnstreik
Nachrichten Wirtschaft 14000 Küsten-Metaller im Warnstreik
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00:01 30.04.2016
Auch die Airbus-Beschäftigten in Hamburg-Finkenwerder legten die Arbeit nieder. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Hamburg

. Mehr als 14000 Beschäftigte haben sich nach Angaben der IG Metall Küste gestern an Warnstreiks in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie beteiligt. Sie wollen damit im aktuellen Tarifkonflikt den Druck auf die Arbeitgeber verstärken. MV ist bislang von den Aktionen nicht betroffen.

„Wir müssen die Arbeitgeber treiben“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, bei einer Kundgebung bei Airbus in Bremen. „Von sich aus bewegen sie sich nicht.“

Die Warnstreiks hatten um Mitternacht begonnen, nachdem die Friedenspflicht abgelaufen war. In mehr als einem Dutzend Betrieben in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und dem nordwestlichen Niedersachsen legten bereits in der Nachtschicht rund 3000 Arbeiter ihre Arbeit nieder und demonstrierten für die Gewerkschaftsforderung. Weitere Betriebe folgten mit der Frühschicht, so dass bis zum Mittag mehr als 14 000 Arbeitnehmer beteiligt waren. Geiken wertete die ersten Warnstreiks als „starken Auftakt“ und kündigte für nächste Woche weitere Proteste an.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall kritisierte die Warnstreiks. „Die IG Metall hat offenbar die Sorge, dass sie zum 1. Mai nicht genug Gewerkschafter auf die Straßen bringt, deshalb übt sie sich kurz davor mit Warnstreiks in Muskelspielen“, sagte Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger. Inhaltlich gerechtfertigt sei das nicht. Anstatt über die Angebote der Arbeitgeber zu verhandeln, habe die Gewerkschaft abgeblockt, anstatt sich den Problemen der Metallbranche mit schrumpfenden Auftragsbüchern, wie zunehmender Auslandsverlagerung, zu stellen, werde stur an der Fünf-Prozent-Forderung festgehalten.

Am Donnerstag war die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die 140 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben Lohnerhöhungen in zwei Stufen angeboten, die sich für 24 Monate auf 2,1 Prozent summieren, sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent.

OZ

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