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Wirtschaft 158 Betriebe kürzen Milchmenge
Nachrichten Wirtschaft 158 Betriebe kürzen Milchmenge
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00:01 28.09.2016

/Schwerin. Fast 10000 Bauern in Deutschland wollen vorübergehend weniger Milch produzieren – und dafür Finanzhilfen bekommen. 9947 Betriebe beantragten bislang Geld aus dem EU-Milchverringerungsprogramm, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium gestern mit.

Wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilte, werden mindestens 158 Milchviehbetriebe in MV im Rahmen des EU-Beihilfeprogramms ihre Produktion für drei Monate reduzieren – fast jeder fünfte Milchbetrieb im Land. Damit kämen 24,7 Millionen Kilogramm Milch weniger auf den Markt. Laut Ministerium entspricht das einer Reduzierung um 1,5 Prozent. Im Vorjahr hatten die Landwirte in MV 1,7 Milliarden Kilo Milch geliefert.

Die Erzeuger bekommen pro Liter Milch, den sie im Vergleich zu einem bestimmten Zeitraum weniger anliefern, 14 Cent. Das Bundesministerium zählte bis Montag den Eingang der Anträge: Die meisten kamen aus Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Damit stellte fast jeder siebte Milchbauer hierzulande Antrag auf Hilfe.

Die Anträge gelten für Oktober bis Dezember. Setzen die Landwirte die beantragte Reduzierung um, dann werden in den letzten drei Monaten des Jahres bundesweit gut 286

000 Tonnen weniger Milch am Markt sein – die Bauern bekämen dafür rund 40 Millionen Euro ausbezahlt. Das EU-Milchverringerungsprogramm umfasst 150 Millionen Euro – das reicht für rund eine Million Tonnen Milch weniger in der EU. Deutschland ist größter EU-Milchproduzent mit fast 33 Millionen Tonnen 2016. Die EU gibt den Mitgliedstaaten weitere 350 Millionen Euro für direkte Hilfe, Deutschland bekommt davon 58 Mio. Euro. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will die Summe mit Bundesmitteln auf 116 Mio. Euro für steuerliche Hilfen oder Bürgschaften verdoppeln. Zudem soll 2017 die landwirtschaftliche Unfallversicherung 178 Mio.

Euro zusätzlich bekommen.

Nach Auslaufen der EU-Milchquote vor eineinhalb Jahren wird zurzeit zu viel Milch produziert. Das und anhaltende Absatzprobleme für Milchprodukte in Russland und Fernost hatten zum massiven Preisverfall geführt. Viele Milchbauern kämpfen um ihre Existenz.

OZ

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