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220 Millionen Euro! Rostocks Hafen investiert in die Zukunft

Rostock 220 Millionen Euro! Rostocks Hafen investiert in die Zukunft

Weil die Schiffe immer größer werden, müssen Anleger und Hafenbecken wachsen / Nächstes Jahr sollen deshalb umfangreiche Bauarbeiten starten

Rostock. Der größte Hafen des Landes plant ein MammutInvestitionsprogramm, um sich fit für die Zukunft zu machen: Die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero) will in den kommenden Jahren mehr als 220 Millionen Euro in den Seehafen investieren – in die Sanierung von Anlegern, eine Vertiefung der Hafenbecken und auch in bessere Verkehrsanbindungen. „Wir sind einer der wenigen Häfen, die noch wachsen – und das soll so bleiben“, sagt Jens Scharner, Geschäftsführer der Hero.

 

OZ-Bild

Teile von Windrädern werden im Seehafen verladen.

Quelle: D. Lilienthal

Allein im ersten Halbjahr 2016 hatte der Umschlag in Rostock um fünf Prozent zugelegt: Bis Ende Juni gingen nach Angaben der Hero fast 15 Millionen Tonnen über die Kais an der Warnow. „Das hat einen Grund: Die Schiffe, die Rostock anlaufen, werden immer größer“, erklärt Gernot Tesch, CoGeschäftsführer der Hero. Das beste Beispiel seien die neuen Scandlines-Fähren: „Die ,Berlin’ kann deutlich mehr Fahrzeuge transportieren als ihr Vorgänger.“

Den Hafen stellt das vor enorme Herausforderungen: „Wir müssen unsere Kai-Anlagen, die Be- und Entladekapazitäten ausbauen“, sagt Scharner. Das größte Projekt für den Seehafen zahlt allerdings nicht die Hero, sondern die Bundesregierung: Noch in diesem Jahr soll mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan auch die Vertiefung des Seekanals auf 16,5 Meter beschlossen werden. Kosten: rund 111 Millionen Euro. „Damit ist es aber nicht getan. Parallel müssen wir auch unsere Hafen-Becken ausbauen. Denn die sind für solche Tiefgänge bisher auch nicht ausgelegt“, so Scharner. Vor allem für das wachsende Stückgut-Geschäft und auch für Öl-Tanker müsse die Vertiefung sein. Allein für dieses Projekt muss die Hero weitere 50 Millionen Euro selbst aufbringen. Die Hafen-Chefs gehen davon aus, dass im Frühjahr 2017 die Detail-Planungen für die Vertiefung der Hafenzufahrt auf See beginnen. Dann will auch die Hero mit ihrem Teil des Ausbaus starten. „Und dann wäre da noch der normale Unterhalt der Anlagen.“ Insgesamt fast 50 Liegeplätze hat die Hero, viele davon sind bereits an die 50 Jahre alt. „Die müssen wir nach und nach sanieren. Das kostet pro Liegeplatz auch Millionen“, erklärt Tesch.

Auch die Partner des Seehafens investieren kräftig: Rostock will der führende Getreidehafen Deutschlands werden. „Die Umschlagsgesellschaft Europort und ein Konsortium von Getreidehändlern aus ganz Deutschland investieren deshalb 35 Millionen Euro in einen neuen, einen zweiten Verlader.“ Der finnische Papier-Riese UPM plant zudem den Bau neuer Hallen im Hafen für seinen wachsenden Umschlag über Rostock.

Hauptaugenmerk 2017 liegt für die Hero aber auf dem Kreuzfahrt- Geschäft: „Kiel holt deutlich auf“, sagt Tesch. Der Konkurrent habe gleich mehrere Terminals gebaut, um die Passagiere abfertigen zu können. In Warnemünde reicht der bestehende Bau an der Kai-Kante längst nicht mehr aus. „Wir wollen im Winter 2017 mit dem Bau eines weiteren Terminals starten“, so Scharner. Bis zu 18 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten – je nachdem, wie luxuriös sich die Reedereien den Bau wünschen. Noch in diesem Jahr soll zudem die Entscheidung fallen, ob und wie das alte Werftbecken in Warnemünde für das Kreuzfahrt-Geschäft umgebaut wird.

Thomas Niebuhr

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