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Wirtschaft 44 Bootsbauer aus MV nehmen Kurs aufs Rheinufer
Nachrichten Wirtschaft 44 Bootsbauer aus MV nehmen Kurs aufs Rheinufer
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00:09 13.01.2015
Bei HanseYachts in Greifswald werden unter anderem Yachten des Typs „Hanse“ gebaut. Quelle: Stefan Sauer/dpa

Schwerin/Greifswald — Decksbauer und Tischler der Greifswalder HanseYachts AG legen auf der „Sealine C 330“ und „Fjord 48 Open“ letzte Hand an, montieren Möbel und Aufbauten. Ab Sonnabend sollen die neuesten Modelle des Greifswalder Yachtenherstellers auf der weltgrößten Bootsmesse, der „boot 2015“ in Düsseldorf, gezeigt werden. Mit den Yachten — zu Einstiegspreisen ab 165 000 beziehungsweise 679 000 Euro — will HanseYachts neue Käuferschichten ansprechen. „Die Sealine C 330 ist mit ihrem verschließbaren Deck ebenso für kältere Regionen wie die Ostsee oder superheiße Gebiete geeignet, in denen eine Klimaanlage erforderlich ist“, sagt Vorstand Jens Gerhardt.

Der Verkauf von Hanse-Yachten für das Mittelmeer sei wegen der Krise in Spanien, Griechenland und Russland schwieriger geworden. „Nur mit ständig neuen Innovationen kann man sich halten“, sagt Firmenchef Gerhardt. Sein Unternehmen ist das Flaggschiff der 44 Aussteller aus Mecklenburg-Vorpommern auf der „boot“. Neben den Greifswaldern nutzen Traditionsbootsbauer wie die Bootsbau Schubert GmbH aus Plate (Ludwigslust-Parchim) oder die Werft Rammin aus Barth (Vorpommern-Rügen) sowie Marinas und Tourismuszentralen die weltgrößte Bootsmesse als Schaufenster für ihre Produkte.

„Wir sind ein Küstenland und ein Land mit wunderschönen Seen. Ich freue mich, dass sich die Branche auch dieses Jahr wieder stark auf der boot in Düsseldorf präsentiert“, freut sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Elf Marinas aus Mecklenburg-Vorpommern stellen sich zusammen mit einer polnischen Marina auf einem Gemeinschaftsstand MV vor, den das Land mit 10 000 Euro finanziert. Zudem haben 14 Aussteller eine Messeförderung beantragt, bislang wurden fünf Anträge in Höhe von rund 22 000 Euro bewilligt, teilt die Staatskanzlei mit.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums beschäftigt die Bootsbaubranche im Land rund 1200 Mitarbeiter in 130 Unternehmen. Davon arbeiten allein mehr als die Hälfte bei HanseYachts. In Greifswald wird auch mit rund 90 Millionen Euro der höchste Umsatz generiert. Das Wirtschaftsministerium schätzt den Gesamtumsatz der Bootsbaubranche im Land auf 100 Millionen Euro.

Für HanseYachts, nach dem französischen Bootsbauer Beneteau eine der weltweit führenden Hersteller von Segelyachten, ist die „boot“ die größte Messe, wo der meiste Umsatz generiert wird. Und: „Ein Schaufenster in das nächste Jahr“, sagt Firmenchef Gerhardt. Mit sechs Segelyacht- und Motorbootmodellen gehen die Greifswalder nach Düsseldorf: Die „Sealine C 330“ und „Fjord 48 Open“ werden als Weltpremieren präsentiert. Die Zeiten, als ein Schiff ein Leben lang einem Eigner gehörte, seien vorbei, ergänzt Gerhardt. Kunden würden nach wenigen Jahren auf neue Boote wechseln. Insgesamt sei der Weltmarkt aber rückläufig. Angesichts dieser Entwicklung sei HanseYachts damit zufrieden, im Geschäftsjahr 2013/2014 mit 550 Schiffen die Verkaufszahlen des Vorjahres erreicht zu haben.

Branche punktet mit neuen Modellen
1,77 Milliarden Euro — so hoch war der Gesamtumsatz an maritimen Gütern und Dienstleistungen 2014. Nach Angaben des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft haben die deutschen Bootshersteller ihre Produktion auf rund 1700 Segel- und Motoryachten um zehn Prozent steigern können. Vor allem neue Modelle sowie preisgünstige Einstiegsversionen hätten das Neubootgeschäft befördert. In rund 4500 Betrieben beschäftigt die Branche rund 18 000 Mitarbeiter.



Martina Rathke

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