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60 Millionen für KTG-Gläubiger?

Schwerin/Berlin 60 Millionen für KTG-Gläubiger?

100 000 Kleinanleger des insolventen Agrarkonzerns warten auf Entschädigung

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Blick auf die Biogasanlage des Agrarkonzerns KTG in Dersewitz (Vorpommern-Greifswald).

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Schwerin/Berlin. Für die Gläubiger des insolventen Agrarkonzerns KTG Agrar gibt es vor der heute in Hamburg stattfindenden Gläubigerversammlung vage Hoffnung, zumindest einen kleinen Teil ihrer Forderungen zurückzubekommen. Etwa 10000 Kleinanleger hatten Anleihen von KTG Agrar für rund 342 Millionen Euro gezeichnet. Der Insolvenzverwalter und die Vertreter der Anleger prüfen derzeit, ob sie über die Manager-Haftpflichtversicherung des ehemaligen Konzernvorstands und der Aufsichtsräte 60 Millionen Euro einklagen können. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Capital“ unter Berufung auf Unternehmenskreise.

KTG Agrar war mit 800 Mitarbeitern und mehr als 46 000 Hektar bewirtschafteter Fläche, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, der größte deutsche Agrarkonzern. Mittlerweile sind die Agrar-Aktivitäten und die Mehrheit an der Energiesparte des Konzerns ebenso verkauft wie mehrere Standorte. Nach „Capital“-Informationen belaufen sich die Haftungsansprüche gegen die ehemalige KTG-Führungsetage auf 40 Millionen Euro für den Vorstand und 20 Millionen Euro für den Aufsichtsrat. Wie es bei börsennotierten Unternehmen üblich ist, hat der KTG-Konzern für seine Topmanager eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Versicherungsgeber der Police ist die Allianz.

Gegenüber „Capital“ bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft, dass ein Verfahren gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, Siegfried Hofreiter, und andere Manager wegen unrichtiger Darstellung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens eingeleitet wurde. Dies wäre ein Verstoß gegen das Aktienrecht. Ob sich andere Delikte wie Insolvenzverschleppung oder gar Betrug anschließen würden, müssten die Ermittlungen ergeben.

OZ

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