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13:33 06.05.2018
Pannenhilfsfahrzeug des ADAC in Potsdam. Quelle: Ralf Hirschberger/archiv
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Dresden

Beim ADAC sollen im Zuge eines Sparkurses weniger Jobs wegfallen als ursprünglich geplant.

Statt der im Herbst 2017 angekündigten 400 Stellen werden nur etwa um die 250 abgebaut, „so sozialverträglich wie möglich“, sagte Präsident August Markl der Deutschen Presse-Agentur in Dresden vor der Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) am Samstag. Damit sei bereits begonnen worden. Mit einem Zukunftsprogramm „Pole Position“ soll bis 2020 die Neuausrichtung des Autofahrer-Vereins gelingen. „Wir machen Deutschland e-mobil.“ Die Mobilitätsoffensive sei ein Beitrag für mehr Gesundheits- und Klimaschutz in Deutschland.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte der Verein laut Markl ein Millionendefizit. Dank einer Ausschüttung von fast 54 Millionen konnte das negative Vereinsergebnis auf minus 8 Millionen Euro verbessert werden, gab der Präsident bekannt. Nach Abzügen blieben Erlöse aus Mitgliedsbeiträgen von 508 Millionen Euro - 16 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Für Leistungen der Pannen- und Unfallhilfe wurden 338,3 Millionen und damit 2,5 Millionen Euro mehr ausgegeben. Das Defizit im Mitgliederbereich ging um knapp vier Millionen Euro auf 29,8 Millionen Euro weiter zurück.

Der ADAC will sich laut Markl vom Pannen- zum Mobilitätshelfer wandeln. „Wir wollen Helfer in allen Lebenslagen sein, die mit Mobilität zusammenhängen.“ Es gehe um digitale Beratung, Information und Service, wie die Mitglieder am besten von A nach B kommen - „zu Fuß, mit Fahrrad, Motorrad, Auto oder Flugzeug und möglichst ohne Panne“. Die Aufholjagd bei Digitalisierung habe bereits begonnen, da gehe es um die eigenen Angebote als auch Kooperationen, etwa mit der IT-Messe Cebit. Auch Innovationsthemen wie alternative Antriebe beschäftigten den Verein.

Der neue Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, warb für Elektromobilität, aber auch für die konventionellen Antriebe. Er sieht die deutsche Autobranche da sehr gut aufgestellt. Bis 2020 werde die Palette der E-Auto-Modelle auf rund 100 verdreifacht, die Hersteller planten Investitionen von 40 Milliarden Euro. „Eine Herausforderung ist und bleibt aber die Ladeinfrastruktur.“ Bundesweit gebe es derzeit rund 11 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 560 zur Schnellladung. Er forderte die Bundesregierung zum Handeln auf.

Mattes warnte zugleich vor einer Politik gegen den Diesel und kritisierte die pauschale Verurteilung der Branche im Zuge des Abgasskandals. „Sie ist nicht gerechtfertigt, die Fakten fordern Differenzierung, nicht zuletzt im Interesse der mehr als 800 000 Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern, die jeden Tag gute und ehrliche Arbeit leisten.“ Der Verband bedauerte die „gravierenden Fehler“ und will das verlorene Vertrauen in „diese moderne Spitzentechnologie“ zurückgewinnen.

Auch Auto-Importeure müssten ihren Beitrag zur Finanzierung der Luftreinhaltung in Städten leisten, forderte Mattes und mahnte zudem zur Versachlichung der Debatte. „Jeder, der etwas vom Thema versteht, weiß: der moderne Diesel ist Teil der Lösung und nicht des Problems.“ Der Diesel-Antrieb helfe beim Erreichen der Klimaschutzziele, die CO2-Emissionen lägen um bis zu 15 Prozent unter denen eines vergleichbaren Benziners. Auch angesichts der Tatsache, dass künftig konventionelle Motoren klimaneutral mit E-Fuels aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, „gibt es keinen Anlass für einen Abgesang auf den Verbrennungsmotor insgesamt“.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) glaubt an den Diesel. Er selbst hat „für uns“ ein solches Fahrzeug bestellt, sagte er in einem Grußwort. „Wir sollten sehen, dass wir nicht zu Fahrverboten kommen.“ Auch Stau-Vermeidung, Verkehrsmanagement und andere alternative Maßnahmen helfen, die Belastungen zu senken. „Wir müssen alle dafür sorgen, dass die Angst in der Bevölkerung vor Enteignung aufhört.“ Dafür gebe es überhaupt keinen Grund. „Ich bin überzeugt, auch Dieselfahrzeuge werden künftig ihren Platz haben.“

dpa

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