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Ab zur Post: Online-Handel muss Elektroschrott annehmen

Ab zur Post: Online-Handel muss Elektroschrott annehmen

Ab Montag können alte Handys, Kaffeemaschinen und Computer in größeren Geschäften abgegeben werden – und auch beim Paketdienst

Rostock/Hannover. Wer Elektroschrott loswerden will, der braucht ab der kommenden Woche nicht mehr unbedingt zum Wertstoffhof zu fahren. Auch Einzelhandel und Online-Händler müssen ab dem 24. Juli ausgediente Waschmaschinen, Fernseher oder Föns annehmen – kostenlos und ohne Kassenbon. Für sie greift ein Gesetz, das für mehr Recycling sorgen und die Umwelt entlasten soll. Viele Einzelhändler haben sich seit einigen Jahren bereits freiwillig beteiligt, um neue Kundschaft zu gewinnen – unter anderem die Elektronikkette Media Markt/Saturn. Deren Kunden in Mecklenburg-Vorpommern nutzen das Rückgaberecht sehr rege. „Das ist tägliche Praxis bei uns" sagt der Stralsunder Media-Markt- Geschäftsführer Torsten Grundke. Das Rückgaberecht gelte auch für die Online-Kunden.

 

OZ-Bild

Claudia Pape (36) vom Stralsunder Media-Markt hat einen alten Fernseher angenommen.

Quelle: Christian Rödel

Doch wie kann man Online-Händlern Geräte zukommen lassen?

Mit dem Paketdienst: Altgeräte bis 31,5 Kilogramm und Kantenlängen von höchstens 120 mal 60 mal 60 Zentimetern können dort abgegeben werden. Der Dienst „electroreturn“ der Deutschen Post stellt Rücksende-Etiketten zum Herunterladen und Ausdrucken bereit. Der Schrott wird dann direkt an ein Recyclingunternehmen gesendet. Vor dem Versand sollten alle Batterien aus den Geräten entnommen werden, sofern sie nicht im Altgerät fest umschlossen sind, rät das Bundesumweltministerium.

Warum gehört Elektroschrott nicht in den Hausmüll?

Er enthält Stoffe, die für Gesundheit und Umwelt gefährlich sind. Zum Beispiel muss aus Kühlschränken ein Gemisch aus Kühlmittel und Öl abgesaugt werden. Handys, Computer und Co. enthalten zudem wertvolle Metalle wie Gold, Kupfer und Silber – und Fachbetriebe holen sie aus den Bauteilen wieder heraus. Für nur ein Gramm Gold müssen in afrikanischen Minen rund zwei Tonnen Gestein aus großer Tiefe gefördert und aufbereitet werden. Alternativ lasse sich das mit etwa fünf ausgedienten PCs erreichen.

Ist die Rückgabe wirklich kostenlos?

Geschäfte und Online-Händler mit einer Verkauf- und Lagerfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern müssen alle Produkte annehmen, die mit Stromkabel oder Batterie betrieben werden. Bei kleinen Geräten – wie Handys oder Wecker – ist die Rückgabe kostenlos, auch wenn der Kunde kein neues Gerät kauft. Bei Kühlschränken oder Waschmaschinen müssen die Händler nur beim Kauf eines neuen Gerätes das alte entsorgen – sonst nicht.

Wo kann man Elektroschrott noch loswerden?

In kommunalen Sammelstellen, oft Wertstoffhöfe genannt. In Mecklenburg-Vorpommern werden die von Städten und Gemeinden betrieben. Zudem können in einigen Kreisen Elektrogeräte über das Sperrmüllsystem entsorgt werden.

Gibt es jetzt einen großen Schub für das Recycling?

Die Online-Branche zweifelt. „Wir halten das Gesetz für unsinnig“, sagt der Chef des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel, Christoph Wenk-Fischer. Viele Menschen würden weiterhin nahegelegene Recyclinghöfe nutzen.

Magere Sammelquote

1,7 Millionen Tonnen Elektrogeräte werden jedes Jahr von den Deutschen in den Verkehr gebracht. Gleichzeitig werden aber nur 600000 Tonnen ordnungsgemäß erfasst und recycelt. Damit liegt die Sammelquote von Elektrogeräten bei nur 40 Prozent. „Der allergrößte Teil geht dem Recycling verloren“, sagt Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe. Er kritisiert, dass Discounter, die auch Elektrogeräte verkaufen, von dem Gesetz ausgenommen sind.

Heiko Lossie und Kerstin Schröder

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