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Abkühlung der Weltwirtschaft dämpft deutschen Export

Wiesbaden Abkühlung der Weltwirtschaft dämpft deutschen Export

Die Weltkonjunktur schwächelt. Das hinterlässt Kratzer in der deutschen Exportbilanz. Die Zeiten kräftiger Wachstumsraten scheinen vorerst vorbei zu sein.

Wiesbaden. Die erfolgsverwöhnte deutsche Exportwirtschaft bekommt die Abkühlung der Weltkonjunktur zu spüren. Zwar stiegen die Ausfuhren im März im Vergleich zum Februar. Gegenüber dem Vorjahr waren sie allerdings rückläufig, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Branchenverband BGA sprach von einem „durchwachsenen Ergebnis“ im ersten Quartal. Nach Angaben der Wiesbadener Behörde lagen die Ausfuhren im März 1,9 Prozent höher als im Februar. Das Ergebnis von 107,0 Milliarden Euro lag über den Erwartungen von Bankökonomen, aber 0,5 Prozent unter dem des März 2015. Vor allem in Drittländern außerhalb der EU schwächelte die Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“. Die Einfuhren gingen zum Vormonat mit 80,9 Milliarden Euro um 2,3 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen sie 4,3 Prozent niedriger.

„Bei genauerer Betrachtung der Zahlen lassen sich die globalen Unsicherheitsfaktoren leicht ablesen“, sagte BGA-Chef Anton Börner. Vor allem der wichtige chinesische Markt schwächelt, das trifft unter anderem deutsche Maschinenbauer und Autohersteller. Hinzu kommen die Krisen in Brasilien und Russland. Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) wird der globale Handel in diesem Jahr deutlich schwächer wachsen als bisher angenommen.

Als Stabilitätsanker erwies sich der Handel mit den EU-Ländern, die Exporte in diese Staaten stiegen im März um 1,7 Prozent. Das verdeutliche einmal mehr die Bedeutung Europas, sagte Börner. „Europa muss auch in diesen stürmischen Zeiten zusammenhalten, damit wir im internationalen Wettbewerb bestehen können.“

Zwar steuert der deutsche Außenhandel nach Einschätzung des BGA auch in diesem Jahr auf einen Exportrekord zu - gerechnet wird mit einem Anstieg der Ausfuhren um bis zu 4,5 Prozent auf 1250 Milliarden Euro. Allerdings warnte Börner zuletzt auch: „Der globale Wachstumspfad kommt zwar nicht zum Erliegen, jedoch wird er empfindlich abgebremst.“ 2015 waren die Ausfuhren noch um 6,4 Prozent gestiegen.

Zuletzt hatten vor allem die Konsumlust der Verbraucher und die Ausgaben des Staates für die Unterbringung und Integration von Millionen Flüchtlingen die deutsche Wirtschaft angetrieben. Das Statistische Bundesamt wird an diesem Freitag erste Daten zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal veröffentlichen. Ökonomen rechnen damit, dass sich das Wachstumstempo dank des Privatkonsums und des milden Winters, von dem vor allem die Bauwirtschaft profitiert, zu Jahresanfang beschleunigt hat.

Die deutsche Außenhandelsbilanz wies laut Bundesamt im März einen Rekordüberschuss von 26,0 Milliarden Euro aus. Im März 2015 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz plus 23,0 Milliarden Euro betragen.

dpa

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