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Abschied eines Streitlustigen: Rewe-Chef Caparros geht

Überraschender Schritt Abschied eines Streitlustigen: Rewe-Chef Caparros geht

Nur wenige Monate nach seinem Erfolg im Übernahmekampf um Kaiser's Tengelmann verlässt der 60-Jährige überraschend auf eigenen Wunsch den Handelsriesen. Sein Vertrag lief eigentlich noch bis Ende 2018.

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Nur wenige Monate nach seinem Erfolg im Übernahmekampf um Kaiser's Tengelmann verlässt REWE-Chef Caparros den Konzern.

Quelle: Oliver Berg

Köln. Rewe-Chef Alain Caparros ist einer der mächtigsten Männer im deutschen Einzelhandel.

Doch richtig bekannt wurde er einer breiten Öffentlichkeit erst im vergangenen Jahr, als er mit seinem Widerstand die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Edeka fast zum Scheitern brachte.

„Ich habe alles getan, damit Edeka die Filialen nicht bekommt“, sagte er damals selbst in einem Interview. Die harte Gangart lohnte sich: Am Ende musste Edeka rund 60 Kaiser's Tengelmann-Filialen auf dem attraktiven Berliner Markt Rewe überlassen, um die Übernahme zu retten.

Nur wenige Monate nach diesem hart erkämpften Erfolg will der 60-Jährige Manager nun den Handelsriesen verlassen. Caparros werde auf eigenen Wunsch bereits Ende Juni den Chefsessel in der Kölner Hauptverwaltung des Handels- und Touristikkonzerns räumen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Der Schritt kommt überraschend. Denn eigentlich lief der Vertrag des Rewe-Chefs noch bis Ende 2018 und Caparros hatte noch vor wenigen Monaten bekräftigt, ihn auch erfüllen zu wollen.

Jetzt betonte der 60-Jährige, die großen strategischen Projekte im Konzern seien sehr viel schneller und reibungsloser fertig geworden als absehbar. Es gebe deshalb für ihn keinen besseren Zeitpunkt, sich zu verabschieden. Aufsichtsratschef Erich Stockhausen dankte Caparros für eine „Ära des Erfolgs“. Der Manager habe dem Unternehmen den Weg in die Zukunft geebnet.

Tatsächlich verabschiedet sich Caparros nicht nur mit einem Rekordergebnis bei Umsatz und Ergebnis. Er hat den Handelsriesen auch konsequent auf die Umwälzungen vorbereitet, die schon bald im Lebensmittelhandel durch die Konkurrenz aus dem Internet drohen. Rewe bietet heute bereits in rund 75 Städten die Möglichkeit, auch frische Lebensmittel - von der Bio-Banane bis zum Rinderhackfleisch - im Internet zu ordern und dann nach Hause geliefert zu bekommen. Weder Edeka, noch Aldi oder Lidl können da mithalten.

Über seine Zukunftspläne schwieg sich Caparros in der Mitteilung zu seinem Rücktritt aus. Vor wenigen Monaten hatte es Spekulationen gegeben, der Manager könne an die Spitze des französischen Handelsriesen Carrefour wechseln. Der 60-Jährige hatte dies entschieden dementiert. Auch am Freitag hieß es in seinem Umfeld, dies sei nach wie vor kein Thema.

Neuer Rewe-Chef wird der bisher für die das deutsche Handelsgeschäft zuständige Manager Lionel Souque. Er war bereits im vergangenen Dezember vom Aufsichtsrat zu Caparros' Nachfolger gekürt worden.

dpa

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