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Ackermann: Deutsche Bank war zur Übergabe gut aufgestellt

Späte Bilanz Ackermann: Deutsche Bank war zur Übergabe gut aufgestellt

Die Deutsche Bank kehrt zehn Jahre nach der Finanzkrise noch immer die Scherben zusammen. Hat der langjährige Konzernchef Ackermann das Haus 2012 doch nicht so „besenrein“ verlassen, wie zu seinem Abschied bekundet hatte? Zu seinem 70. Geburtstag zieht der Schweizer Bilanz.

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Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat nach eigener Einschätzung Mitte 2012 eine gut aufgestellte Bank an seine Nachfolger übergeben.

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt/Main. Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann blickt zufrieden auf seine zehn Jahre an der Spitze des größten deutschen Geldhauses zurück.

„Ich bin darauf und auf die Leistung meines Teams sehr stolz. Die Deutsche Bank hat damals geschafft, was viele andere vergeblich versucht haben, und ist binnen weniger Jahre in die Topliga der internationalen Banken aufgestiegen“, sagte Ackermann anlässlich seines 70. Geburtstages an diesem Mittwoch (7. Februar) der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

„Gewiss waren auch wir nicht ohne Fehl und Tadel und haben Fehler gemacht - welcher Mensch macht keine? - aber diese hielten sich vergleichsweise doch sehr in Grenzen“, bilanzierte der Schweizer, der den Dax-Konzern bis Ende Mai 2012 geführt hatte.

„Ich habe seinerzeit eine Bank an meine Nachfolger übergeben, die für die Zukunft gut aufgestellt war“, betonte Ackermann. „Die Bank erwirtschaftete nach der Finanzkrise erneut stattliche Gewinne in Milliardenhöhe.“ Risiken seien „massiv verringert“ und „erhebliche Abschreibungen“ auf Altlasten vorgenommen worden. Die stabilen Geschäftsfelder seien mit dem Kauf der Postbank gestärkt und die Anreizsysteme in der Bank „auf Nachhaltigkeit ausgerichtet“ worden.

„Kurz, wir haben alles zeitnah korrigiert, was als korrekturbedürftig erkennbar war“, sagte Ackermann. „Welche Rechtskosten später noch auf die Bank zukommen würden, war bei meinem Ausscheiden noch nicht absehbar. Aber unabhängig davon standen diese einer guten Zukunft nicht im Wege. Man muss sich dazu nur die Wettbewerber vor allem in den USA ansehen. Die hatten ein Vielfaches an Rechtskosten zu verkraften und verdienen dennoch längst wieder prächtig. Das sind die Fakten.“

Der amtierende Konzernchef John Cryan hatte im vergangenen Sommer moniert, die Deutsche Bank habe nach der Finanzkrise 2007/2008 später als Wettbewerber begonnen, Probleme zu beheben: „Wir wären heute in besserer Verfassung, wenn wir das, was wir in den vergangenen zwei Jahren erledigt haben, schon vor sechs oder sieben Jahren getan hätten.“ Vizechef Marcus Schenck sagte jüngst dem „Handelsblatt“: „Vor und während der Finanzkrise haben wir (...) einige Dinge hinter dem Rücken unserer Kunden gemacht - das war sicher kein positiver Beitrag.“

Auf die Frage, ob solche Kritik berechtigt sei, antwortete Ackermann: „Öffentlich mit dem Finger auf Vorgänger oder Nachfolger zu zeigen, ist nicht mein Stil.“ Er betonte: „Im Übrigen sprechen die Fakten lauter als Worte. In diesem Zusammenhang wird zum Beispiel oft übersehen, dass wir uns, anders als die meisten Wettbewerber, nach der globalen Finanzkrise jahrelang auch noch mit einer schweren Staatsschuldenkrise im Euroraum herumschlagen mussten, die viel Aufmerksamkeit für sich beanspruchte.“

Dass der Vorstand unter seiner Ägide das ehrgeizige Ziel einer Eigenkapital-Rendite von 25 Prozent vor Steuern ausgab, hält Ackermann auch rückblickend nicht für einen Fehler: „Ganz im Gegenteil, es war für die finanzielle Gesundheit der Bank unabdingbar. Nur eine Bank, die gut verdient, kann auch die Risiken tragen, die das Geschäft zwangsläufig mit sich bringt. Bei unseren Wettbewerbern lag die Messlatte schon längst so hoch.“

dpa

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