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Adidas startet stark ins EM-Jahr

Herzogenaurach Adidas startet stark ins EM-Jahr

Adidas kommt zum Start ins wichtige Olympia- und EM-Jahr 2016 gut aus den Startblöcken. Das Sorgenkind, die Golfsparte, soll nun großteils verkauft werden. Puma dagegen will an seinem Golfgeschäft festhalten.

Herzogenaurach. Adidas hat im ersten Quartal des wichtigen Sportjahres 2016 ein kräftiges Wachstum hingelegt, auch wenn die nun zum Verkauf stehende Golfsparte weiter in der Verlustzone steckt.

Der Dax-Konzern erwirtschaftete in den ersten drei Monaten einen Rekordumsatz von knapp 4,8 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis der Franken stieg um 35 Prozent auf 490 Millionen Euro.

Das „deutlich zweistellige Wachstum in den wichtigsten Märkten und Kategorien“ zeige, dass die Marken weltweit stark nachgefragt seien, erklärte Noch-Vorstandschef Herbert Hainer. Mit einem Umsatzplus von 31 Prozent legte die Marke Adidas besonders kräftig im wichtigen Markt Nordamerika zu.

Dort betreibt der Konzern seit einiger Zeit viel Aufwand. Nachdem man hinter Weltmarktführer Nike zurückgefallen war, wurde man in den USA auch von dem wesentlich kleineren Wettbewerber Under Armour überholt. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis man wieder die Nummer zwei sei, betonte Hainer nun.

Puma-Chef Bjørn Gulden, der mit seinem Konzern am Umsatz gemessen weltweit nun nur noch auf Rang vier steht, sieht beim Konsolidierungskurs noch eine Menge Arbeit vor sich. „Wir müssen mittelfristig viel bessere Ergebnisse liefern“, sagte er auf der Hauptversammlung des SDax-Konzerns am Puma-Sitz auch in Herzogenaurach. Das über viele Jahre expansive Unternehmen war 2012 aus der Erfolgsspur geraten: Der Gewinn war damals schlagartig eingebrochen, 2013 rutschte das Unternehmen fast in die Miesen. Gulden versucht seit drei Jahren, das Unternehmen wieder nach vorne zu bringen - mit wechselhaftem Erfolg.

Konkurrent Adidas kündigte zudem an, den Großteil der schwächelnden Golfsparte verkaufen zu wollen. Konkrete Verhandlungen mit Interessenten sollen bald aufgenommen werden. Namen nannte Hainer nicht. Vor allem den Ausrüstungsteil mit Schlägern und Golftaschen der Marke „TaylorMade“ sowie die kleineren Marken „Adams“ und „Ashworth“ will Adidas loswerden. Die Marken machen rund 60 Prozent des Golfbereichs, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 900 Millionen Euro erwirtschaftete, aus. Die Marke „adidas Golf“ für Schuhe und Kleidung will der Konzern dagegen behalten.

Puma-Chef Gulden sprach vor dem Hintergrund der Neuigkeiten des größeren Nachbarn von einem guten eigenen Golfgeschäft. Die Umsätze seien steigend, betonte der Norweger vor den Aktionären. „Wir haben keine Pläne, da irgendwie auszusteigen. Diese Nische ist wichtig für uns. Wir bleiben da“, sagte er. Die Golfsparte sei für die Marke mit der springenden Raubkatze wichtig, um auf dem US-Markt präsent zu sein. Hintergrund: Im Puma-Portfolio fehlen andere große US-Sportarten wie etwa Basketball. Den Umsatz für das Golfgeschäft weist Puma nicht separat aus.

Adidas hatte sein Golfgeschäft nach einer längeren Durststrecke vor einem knappen Jahr auf den Prüfstand gestellt. Der Konzern ist zwar Nummer eins unter den Golfausrüstern, doch die Sparte expandierte jahrelang zu stark. Als der Golfmarkt dann drehte und die Umsätze einbrachen, reagierte man in Herzogenaurach zu spät. Auch wenn der Verlust im Golfsegment mittlerweile geschrumpft sei, wolle Adidas sich von nun an noch mehr auf den renditebesten Markt - also das lukrative Geschäft mit Sportschuhen, Sneakern und Bekleidung - konzentrieren, begründete Hainer.

Im Herbst tritt der 61-Jährige als längster amtierender Dax-Konzernchef ab und wird vom Ex-Henkel-Boss Kasper Rorsted beerbt. Bis dahin stehen noch die für Adidas marketingträchtige Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und Olympia in Rio an. 

Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine erst kürzlich angehobene Prognose. Danach soll der Umsatz währungsbereinigt um etwa 15 Prozent zulegen, der Gewinn gar um bis zu 18 Prozent.

dpa

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