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Adidas verordnet US-Tochter Reebok Schrumpf- und Fitnesskur

Neuaufstellung der US-Tochter Adidas verordnet US-Tochter Reebok Schrumpf- und Fitnesskur

Sie ist schon lange das Sorgenkind von Adidas - die US-Tochter Reebok. Nun will es der neue Adidas-Chef Kasper Rorsted wissen: Mit einer einschneidenden Schrumpf- und Fitnesskur erhält Reebok wohl die letzte Chance, profitabler zu werden.

Herzogenaurach. Der neue Adidas-Chef Kasper Rorsted will die schwächelnde US-Tochter Reebook mit einer Schrumpf- und Fitnesskur profitabler machen.

Dabei soll die Zahl der Mitarbeiter in der Reebok-Zentrale in Boston (USA) von 950 auf 650 sinken; 150 der verbliebenen Mitarbeiter würden in die US-Zentrale von Adidas in Portland wechseln, die übrigen 150 Jobs sollen wegfallen, sagte Rorsted am Donnerstag bei der Zahlenvorlage für das dritte Quartal.

„Wir werden Reebok in Boston stromlinienförmiger aufstellen und ein globales Marken-Team schaffen, dass sich dann zu 100 Prozent Reebok widmen kann“, sagte Rorsted in einer Telefonkonferenz. Die Zentrale werde ins Zentrum von Boston verlegt, kündigte der Adidas-Chef an, der seit dem ersten Oktober dem Dax-Konzern vorsteht. Vorgänger Herbert Hainer war Ende September in den Ruhestand gegangen.

Auch im Vertrieb will Rorsted die Tochter neu aufstellen. Die Zahl der 120 Reebok-Fabrikverkaufsläden in Nordamerika soll halbiert werden. Auch von den betriebenen 13 bis 15 eigenen Länden soll nur etwa die Hälfte erhalten bleiben, kündigte Rorsted an. „Stattdessen wollen wir den Fokus wieder darauf richten, das Geschäft mit unseren Großhandels-Partnern auszubauen“. Einen Zeitplan nannte er nicht.

Kaum Angaben machte Rorsted auch zu der hinter diesen Maßnahmen stehenden Geschäftsstrategie. Er sagte lediglich: „Mit diesen Entscheidungen geben wir Reebok mehr Freiheit, global zu operieren, verbunden mit mehr Verantwortung speziell im US-Geschäft.“ Reebok war im dritten Quartal mit einem Umsatzplus von lediglich sieben Prozent deutlich geringer gewachsen als die Konzernmutter.

Auf die Frage, ob das Maßnahmenpaket die letzte Chance für Reebok sei, profitabler zu werden, sagte Rorsted: „Wir sind davon überzeugt, dass das die angemessenen Maßnahmen sind. Wir vertrauen darauf, dass sie wirken“. Bei der Erläuterung des Konzepts hatte der frühere Handballer betont, dass Reebok ein wichtiges Mitglied von Adidas sei. „Aber wie in jedem Sportteam muss jedes Mannschaftsmitglied seinen Beitrag zum Gesamterfolg des Teams leisten“.

Festhalten will Rorsted an dem von Vorgänger Hainer eingefädelten Verkauf der Golfmarken TaylorMade, Adams und Ashworth. Er geht davon aus, dass es bis zum Jahresende eine Vereinbarung mit einem Käufer gebe. Die Adidas-Golfsparte hatte zuletzt unter der geringeren Attraktivität des Sports vor allem in den USA gelitten.

Ungeachtet der Kosten für die Neuaufstellung von Reebok hält Adidas an seiner Jahresprognose im Großen und Ganzen fest. Danach soll der Umsatz währungsbereinigt im hohen Zehnprozentbereich wachsen. Der Gewinn werde voraussichtlich zwischen 975 Millionen Euro und bis zu einer Milliarde Euro liegen, prognostizierte Rorsted. „Dank der guten Ergebnisse wird das Jahr 2016 für Adidas zu einem Rekordjahr werden.“

Im dritten Quartal hatten vor allem florierende Geschäfte in Westeuropa, Nordamerika und China bei dem Sportartikelhersteller für steigende Umsätze gesorgt. Die entsprechenden Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 5,413 Milliarden Euro. Gerade die Hausmarke Adidas mit ihren Sport- und Lifestyleprodukten war gefragt. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 11,5 Prozent auf 563 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 387 Millionen Euro - ein Plus von 23,5 Prozent.

dpa

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