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Agrarbranche im Umbruch: Bayer kauft Monsanto

Frankfurt/Main Agrarbranche im Umbruch: Bayer kauft Monsanto

59 Milliarden Euro: Die größte Firmen-Übernahme durch einen deutschen Konzern ist perfekt

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Ein Monsanto-Banner

Quelle: AFP

Frankfurt/Main. . Die größte Firmen-Übernahme durch einen deutschen Konzern ist perfekt: Bayer kauft das umstrittene US-Saatgutunternehmen Monsanto. Die beiden Konzerne unterzeichneten gestern eine bindende Fusionsvereinbarung. Zuvor hatte der Leverkusener Konzern sein Angebot noch einmal leicht auf rund 128 US-Dollar je Monsanto-Aktie erhöht. Damit bewertet Bayer das US-Unternehmen mit rund 66 Milliarden Dollar (knapp 59 Milliarden Euro), wie die Leverkusener mitteilten. Noch nie zuvor hat ein deutsches Unternehmen eine so große Übernahme gewagt. Die Monsanto-Aktionäre müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen.

Mit der Übernahme erhöht sich das Fusionstempo in der Branche noch einmal drastisch. Denn Bayer und Monsanto sind nicht allein: Am Ende könnten sich nur noch vier Konzerne den rund 85 Milliarden Euro schweren Markt teilen.

Der Handlungsdruck in der Branche ist angesichts des Preisverfalls wichtiger Agrargüter, wie Weizen, und des Spardrucks, unter dem Landwirte stehen, enorm. Gleichzeitig steht die Industrie angesichts des anhaltenden Bevölkerungswachstums und des Klimawandels vor großen Herausforderungen. So wächst die Zahl der Menschen auf der Erde bis zum Jahr 2050 laut Experten um rund drei auf zehn Milliarden. Gleichzeitig nimmt die bebaubare Fläche kaum noch zu.

Gemeinsam mit dem US-Konzern katapultiert sich Bayer als Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln nun an die Weltspitze. Der Deal war jedoch von Anfang an umstritten. Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Dem Konzern wird zudem ruppiges Verhalten im Umgang mit seinen Kunden vorgeworfen. Außerdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat. Dieser steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU hatte im Juni den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters in Europa für die nächsten 18 Monate zugelassen.

„Monsanto steht für viele der Missstände der Agroindustrie“, kritisiert etwa der Grünen-Fraktionschef im Bundestag Anton Hofreiter. „Gentechnik und Pestizide sind keine Zukunfts-, sondern Risikotechnologien. Während die Skepsis der Menschen gegenüber der Agrarindustrie zunimmt, will Bayer ausgerechnet in diese umweltfeindliche Richtung investieren.“ Der Deal konzentriere Marktmacht in wenigen Händen zum Schaden der Bauern und Verbraucher: Im Zuge der Umwälzungen in der Branche will auch der Chemiekonzern BASF sein Pflanzenschutzgeschäft ausbauen.

J. Haller

OZ

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