Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Agrarreform: Backhaus erwartet ein hartes Ringen

Berchtesgaden Agrarreform: Backhaus erwartet ein hartes Ringen

Die Agrarminister des Bundes und der Länder erwarten bei der Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland ausgesproche n harte Auseinandersetzungen.„Die nationale Umsetzung wird noch ein Hauen und Stechen“, sagte der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, gestern für die SPD-regierten Bundesländer zum Abschluss der Agrarministerkonferenz im bayerischen Berchtesgaden.

Berchtesgaden. n.

Auseinandersetzungen zeichnen sich auch bei den Umweltauflagen, dem sogenannten Greening, ab. Minister Backhaus lehnt eine Aufweichung der geplanten Regelungen zugunsten der kleineren Betriebe kategorisch ab.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hatte sich zuvor für stärkere Direkthilfen für die bäuerlichen Kleinstrukturen ausgesprochen und Hilfen für junge Landwirte angekündigt.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) verteidigte die deutsche Verhandlungsposition im Ringen mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten bei der Agrarreform. „Die europäische Agrarpolitik wird auch in Zukunft die Existenz der Bauernfamilien in Deutschland sichern“, sagte sie. Dies sei vor allem für kleinere Familienbetriebe von Bedeutung. „Deshalb sollten wir diese Betriebe künftig noch gezielter unterstützen.“ SPD-Landwirtschaftsminister Backhaus sagte dagegen, generell sei die Bevorzugung kleinerer Bauernhöfe zulasten von Großbetrieben mit ihm nicht zu machen.

Aigner und Ciolos kündigten an, dass die neuen Regelungen wegen der Verzögerungen bei den schwierigen Verhandlungen auf EU-Ebene frühestens von 2015 an gelten. Es würden aber Übergangsregelungen geschaffen, um den Landwirten Planungssicherheit zu geben.

Bayerns Agrarminister Helmut Brunner (CSU) hatte zuvor als derzeitiger Vorsitzender der Fachministerkonferenz eine praxisgerechte Ausgestaltung des Greenings verlangt: „Mutwillig Stilllegungen herbeizuführen — in einer Zeit der Flächenknappheit — wäre auch nicht im Interesse von ökologischen Zielen.“ Zudem sollten Kleinbetriebe von Bürokratie entlastet werden.

Das Treffen der Agrarminister war an beiden Tagen von Protesten der Milchbauern begleitet. Gestern fuhren — organisiert vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter — Landwirte mit rund 250 Schleppern auf den Obersalzberg. Sie protestierten lautstark für einen höheren Milcherzeugerpreis. Am Donnerstag hatten Aigner und Brunner für ihre Aussage, keine Versprechungen zu machen, die sie nicht einhalten können, bei einer Kundgebung laute Pfiffe und Buhrufe von den Milchbauern bezogen. Die Landwirte fordern 50 Cent pro Liter Milch, derzeit seien es durchschnittlich 33 Cent.

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.