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Wirtschaft Air Berlin: Flugbetrieb in den nächsten Wochen ist gesichert
Nachrichten Wirtschaft Air Berlin: Flugbetrieb in den nächsten Wochen ist gesichert
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17:12 25.09.2017
Die Air-Berlin-Verhandlungen sollen noch bis zum 12. Oktober dauern. Quelle: Tobias Hase
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Berlin

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin verspricht ihren Kunden einen sicheren Flugbetrieb mindestens bis Ende Oktober.

„Wir sind sicher, dass wir den Flugbetrieb in den nächsten Wochen aufrechterhalten können“, sagte Vorstandschef Thomas Winkelmann am Montag in Berlin mit Blick auf die Zeit bis zum Beginn des Winterflugplans am 28. Oktober.

Bis zum 12. Oktober soll der Verkauf großer Teile der Airline perfekt sein. Dann könne er auch für die mittlere Zukunft eine Buchung empfehlen, sagte Winkelmann.

Viele der mehr als 8000 Air-Berlin-Beschäftigte können aus Sicht des Managements bei den möglichen Käufern der insolventen Fluggesellschaft unterkommen. „Es wird uns nicht möglich sein, alle Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte der Sachwalter der Gläubiger, Lucas Flöther. Vier von fünf Mitarbeitern hätten aber gute Jobperspektiven bei den Bietern.

Air Berlin verhandelt exklusiv mit dem Marktführer Lufthansa und der britischen Fluggesellschaft Easyjet. Lufthansa will die Air Berlin Töchter Niki und Luftverkehrsgesellschaft Walter, die insgesamt 55 Flugzeuge haben, sowie 13 weitere Mittelstreckenflugzeuge. Easyjet will 27 bis 30 der Airbus-Mittelstreckenflieger der Air Berlin, mit denen der Billigflieger vor allem von Berlin aus fliegen wolle. Noch gebe es Schnittmengen, sagte Air Berlins Generalbevollmächtigter Frank Kebekus.

Lufthansa und Easyjet seien finanzstarke und im Markt etablierte Investoren, sagte Winkelmann. Man sei auf dem Weg, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Warnungen vor einem Lufthansa-Monopol wies er ebenso zurück wie die Befürchtung, Fliegen werde für Passagiere teurer. „Sie werden in Berlin und Düsseldorf einen genauso harten Wettbewerb wie in der Vergangenheit erleben.“

Der Flugbetrieb ist laut Kebekus bis zum 1. November durchfinanziert. Von den Käufern erwartet Air Berlin deshalb eine Zwischenfinanzierung bis zum Jahresende. Dann wird die Zustimmung der EU-Kommission zum Verkauf erwartet. Zurzeit hält ein 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes die Airline in der Luft.

Air Berlin hatte Ende März 8600 Mitarbeiter, darunter auch Teilzeitkräfte. 200 Beschäftigte haben sich seit dem Insolvenzantrag Mitte August schon eine neue Stelle gesucht. In Vollzeitstellen gerechnet ergibt sich nach Unternehmensangaben vom Montag die Zahl 6500.

Die Mitarbeiter müssen sich bei den Bietern voraussichtlich neu bewerben, wie Kebekus deutlich machte. Es werde keinen Betriebsübergang geben. Gewerkschaften befürchten, dass manche Mitarbeiter in diesem Fall deutliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen müssen. Verdi widersprach und kündigte an, dass sich Mitarbeiter bei den Käufern einklagen werden. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit forderte einen geordneten Übergang.

„Die Air Berliner sind bekannt im Markt als motiviert und gut ausgebildet“, sagte Winkelmann und rief die Investoren auf, den Mitarbeitern wettbewerbsfähige Angebote zu machen. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sagte, alle Beteiligten hätten die Verantwortung, „möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und tarifvertraglich abzusichern sowie wichtige Teile des Unternehmens erfolgreich weiterzuentwickeln“.

Nach Kebekus' Angaben hat es etwa 68 Interessenbekundungen für Air Berlin gegeben, bis zum Ende der Bieterfrist seien 16 Angebote eingegangen. Sollten noch Flugzeuge übrig bleiben, werde möglicherweise noch mit dem Ferienflieger Condor verhandelt, sagte Winkelmann. Für die Air-Berlin-Technik werden noch bis 6. Oktober Angebote gesammelt.

Für das Langstreckengeschäft fanden sich keine Interessenten, inzwischen wollen die Leasinggesellschaften ihre Flugzeuge zurück. Air Berlin stellt die Langstrecken deshalb bis zum 15. Oktober nach und nach ein. Auch in Deutschland fallen Strecken weg: Bereits zu diesem Freitag (29. September) streicht Air Berlin die Verbindungen zwischen Hamburg und München sowie zwischen Köln/Bonn und München.

dpa

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