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Air Berlin kriselt - Terrorangst bremst Geschäft

Berlin Air Berlin kriselt - Terrorangst bremst Geschäft

Mit Gewinnen aus der Sommersaison wollen Fluglinien die üblichen Verluste aus dem Winter wettmachen. Bei Air Berlin gelingt das in diesem Jahr nicht, im Gegenteil: Das Minus nimmt zu.

Berlin. Das Trauerspiel um Air Berlin legt in der wichtigen Sommersaison keine Pause ein. Nach tiefroten Zahlen im zweiten Quartal sieht Vorstandschef Stefan Pichler auch in der wichtigsten Reisezeit des Jahres eine schwache Nachfrage und andauernden Druck auf die Ticketpreise.

Die instabile politische Lage in Feriengebieten wie der Türkei und Nordafrika treffe Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft „besonders hart“. Die Terrorangst bremse die Ticketnachfrage. Pichler deutete „tiefgreifende Veränderungen“ im Unternehmen an.

Nach der Vorlage der Quartalszahlen am Dienstagabend ging es für die Air-Berlin-Aktie am Mittwoch kurzzeitig um mehr als sieben Prozent nach unten. Wenig später verringerte sich das Minus auf rund ein Prozent. Beim derzeitigen Aktienkurs von rund 70 Cent wäre die gesamte Air Berlin rechnerisch für 81 Millionen Euro zu haben. Das ist etwa der Preis eines Airbus-Mittelstreckenjets. Knapp 30 Prozent der Aktien gehören der arabischen Fluglinie Etihad, die ihren deutschen Ableger seit Jahren mit Finanzspritzen in der Luft hält.

Pichlers Sparbemühungen brachten auch im zweiten Quartal unter dem Strich keine Besserung. Zwar sanken die Kosten je angebotenem Sitzkilometer um gut drei Prozent. Das lag allerdings an den niedrigeren Treibstoffkosten. Die Ticketpreise gaben im Schnitt fast doppelt so stark nach. Das zehrte die Einsparungen mehr als auf.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte der Umsatz um mehr als neun Prozent auf 971 Millionen Euro - auch weil Air Berlin das Flugangebot gekappt und die Flotte verkleinert hatte. Der Verlust vor Zinsen und Steuern vervierfachte sich nahezu auf 63 Millionen Euro. Unter dem Strich wuchs der Fehlbetrag von knapp 38 Millionen auf 89 Millionen Euro.

Pichler erklärte das mit einem Überangebot an Flügen in den westlichen Mittelmeerraum, wo Air Berlin stark vertreten ist. Nach dem Buchungseinbruch bei Reisen in die Türkei und andere Länder hätten viele Fluggesellschaften ihr Flugangebot nach Spanien ausgebaut. Air Berlin erzielt bis zu einem Drittel ihrer Umsätze auf Urlaubsstrecken.

Die Verunsicherung der Kunden angesichts von Terroranschlägen und politischen Krisen in Europa macht nicht nur Air Berlin zu schaffen. Auch die Lufthansa, die British-Airways-Mutter IAG, der Billigflieger Easyjet und der Reiseveranstalter Thomas Cook haben ihre bisherigen Gewinnziele beerdigt.

dpa

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