Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° bedeckt

Navigation:
Aktienmärkte erleben „Black Friday“ nach Brexit-Votum

Frankfurt/Main Aktienmärkte erleben „Black Friday“ nach Brexit-Votum

Damit hatte zuletzt kaum noch ein Anleger gerechnet: Die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten sind entsprechend gewaltig. Aktien brechen ein, die Anleger flüchten sich in sogenannte sichere Häfen.

Frankfurt/Main. „Black Friday“ an der Börse: Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hat am Freitag die Aktienmärkte in Europa und Asien einbrechen lassen. Der Dax fiel im frühen Handel um 8,00 Prozent auf 9436,92 Punkte. Zwischenzeitlich hatte der deutsche Leitindex sogar 10 Prozent verloren.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rutschte um 9 Prozent ab, genauso wie der französische CAC 40. An der Londoner Börse knickte der FTSE 100 um gut 8 Prozent ein. Damit erleben Europas Börsen die größten Verluste seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Zuvor war bereits der japanische Nikkei-225-Index um annähernd 8 Prozent gefallen.

„Alle sind falsch positioniert“, sagte ein Börsianer am frühen Morgen. „Keiner hat damit gerechnet, dass die Briten wirklich austreten. Jetzt gibt es immensen Absicherungsbedarf.“ Seit Mitte der Vorwoche war der Dax in zunehmender Hoffnung auf einen Verbleib der Briten noch um fast 9 Prozent angesprungen.

Ein Drittel der Dax-Werte standen nun am Freitagmorgen prozentual zweistellig im Minus. Vor allem Bankenwerte gerieten massiv unter Druck. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank brachen zwischen 15 und 16 Prozent ein. Die Allianz-Aktie fiel um 13 Prozent. Das Finanzzentrum London und die gesamte Finanzindustrie gelten mit als größte Verlierer des Brexit.

Auch die Aktien der exportlastigen Autobauer fielen deutlich, genauso die Papiere der in Großbritannien engagierten Versorger RWE und Eon. Vergleichsweise gut hielten sich die als wenig konjunktursensibel geltenden Aktien von Konsumgüterkonzernen wie Henkel oder Beiersdorf oder auch die Papiere des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia mit Verlusten zwischen 2 und 5 Prozent.

„An der Börse muss man auch stets das Unmögliche denken“, sagte Marktexperte Daniel Saurenz. Dies hätten die Investoren zuletzt offenbar nicht mehr getan. Der bislang schwärzeste Tag im Dax war 1989 mit einem Rutsch um letztlich 12,81 Prozent. Um diesen Negativrekord einzustellen, müsste der Dax aber deutlich unter 9000 Punkte abrutschen.

Auch abseits des Aktienmarktes sorgte das Brexit-Votum für extreme Verwerfungen: Während das Pfund einbrach und zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 1985 fiel, war vor allem der japanische Yen als Fluchtwährung gesucht. Auch Gold und Anleihen waren am Morgen als „sichere Häfen“ gefragt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Frankfurt/Main

Der deutsche Leitindex legt nun bereits vier Tage deutlich zu. Börsianer warnen aber weiter vor allzu großer Sorglosigkeit angesichts der unklaren Folgen der Brexit-Entscheidung.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.