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Alles hausgemacht: Wurst und Sülze aus Bad Sülze gefragt

Bad Sülze Alles hausgemacht: Wurst und Sülze aus Bad Sülze gefragt

Fleischerei Kaeding ist mit kreativen Sorten wie Lakritzpastete und Blaubeer-Leberwurst in aller Munde / Firma gehört laut „Feinschmecker“ zu bundesweit besten Metzgern

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Fleischermeister Berthold Kaeding (56) aus Bad Sülze. Seine Fleischerei gehört zu den besten in Deutschland. Fotos (3): Dietmar Lilienthal

Bad Sülze. Seine besten Ideen hat Fleischer Berthold Kaeding in der Eisdiele: Die Vielfalt der kalten Kreationen inspiriert den 56-Jährigen zu so gewagten Wurstsorten wie Lakritzpastete oder Blaubeerleberwurst. Und natürlich darf auch Sülze im Sortiment nicht fehlen — schließlich hat die Fleischerei Kaeding seit 160 Jahren ihren Sitz in Bad Sülze (Vorpommern-Rügen). Das Gourmet-Magazin „Feinschmecker“ zählt Kaeding zu den besten Metzgern Deutschlands.

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Fleischerei Kaeding ist mit kreativen Sorten wie Lakritzpastete und Blaubeer-Leberwurst in aller Munde / Firma gehört laut „Feinschmecker“ zu bundesweit besten Metzgern

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„Wir bieten 56 Sorten Wurst, ausschließlich aus eigener Herstellung“, betont Kaeding, der hohe Qualitätsansprüche an sich und seine zehn Mitarbeiter stellt. Tricks mit billigen Zutaten lehnt er ab:

„In unsere Paprikawurst kommt frischer blanchierter Paprika und kein eingeweichtes Granulat. Für die Tomatenleberwurst nehmen wir frische Tomaten statt Ketchup.“ Geräuchert wird über offenem Buchenholzfeuer. Das macht heute sonst kaum noch jemand, betont Kaeding.

Auf Milchzucker und Gluten verzichtet Kaeding ganz und auch auf andere Allergene zumindest da, wo es möglich ist. Fertige Gewürzmischungen, die oft Geschmacksverstärker und künstliche Aromen enthalten, kommen ebenfalls nicht in die Wurst: „Die Gewürze kaufe ich persönlich beim Gewürzhändler.“ So wird etwa die Leber für die Leberwurst nicht mit Chemie entbittert, sondern mit echter Vanille. Die hohe Qualität von Kaedings Wurst ist auch eine Folge der Wiedervereinigung: „Bis zur Wende hatten wir zahlreiche Betriebsrestaurants beliefert, das ist bald weggebrochen.“ Also musste er sich neue Kunden suchen — nicht einfach in einer Kleinstadt mit nur 1700 Einwohnern. „Ich dachte mir, Bierschinken und Jagdwurst kann jeder machen. Um über die Stadtgrenzen hinaus zu verkaufen, muss ich etwas Besonderes bieten. Also habe ich mir jede Wurst angeschaut und überlegt, was ich besser machen kann.“ Zu Kaedings Zielgruppe zählt vor allem die Generation 50 plus. „Jüngere Menschen wollen meist beim Essen einfach nur satt werden. Aber wenn sie etwa 50 sind, wollen sie ihr Essen genießen und etwas Besonderes haben. Diese Menschen wollen wir mit unserer Wurst abholen.

Sie sollen nicht zufrieden sein, sondern begeistert.“

Der Erfolg gibt Kaeding recht: Inzwischen verkauft er seine Produkte an mehr als 70 Hotels und Feinkostgeschäfte in ganz Deutschland. „Das Frühstück ist das letzte, was der Gast von einem Hotel erlebt. Wenn das gut ist, kommt er wieder“, glaubt Kaeding.

Björn Volz, Direktor des Schlosshotels Fleesensee (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) kann das bestätigen: „Unsere Gäste schätzen die ausgefallenen Produkte wie den Sanddornaufschnitt. Kaeding liefert täglich frisch regionale Produkte von höchster Qualität“, lobt Volz. Es gebe sogar Gäste, die nach ihrem Aufenthalt noch einen Abstecher nach Bad Sülze machen, um bei Kaeding einzukaufen.

Normalerweise reicht das Einzugsgebiet der Traditionsfleischerei im Westen bis Rostock und im Osten bis Stralsund, sagt Kaeding. „Aber wir haben auch Kunden in Schweden und sogar in Hongkong.“ Mit in der Fleischerei arbeiten auch Kaedings Frau Sigrid und die Söhne Ludwig und Bernhard. Die beiden wollen auch später einmal das Familienunternehmen weiterführen — dann in siebter Generation.

Salz — der Namensgeber der Stadt

1740 Einwohner hat Bad Sülze. Der Name der Stadt stammt nicht etwa von einem Fleischereiprodukt, sondern von Salz: Bad Sülze ist das älteste Sol- und Moorbad im Norden Deutschlands. Bereits im 13. Jahrhundert gewann man aus den nördlich der Stadt gelegenen Solequellen das wertvolle Salz und versorgte jahrhundertelang Mecklenburg mit Kochsalz. Seit 1822 wird die Sole und seit 1901 das Moor therapeutisch angewendet.

Von Axel Büssem

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