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Wirtschaft Allianz-Aktionäre besorgt wegen anhaltend niedriger Zinsen
Nachrichten Wirtschaft Allianz-Aktionäre besorgt wegen anhaltend niedriger Zinsen
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09:02 05.05.2016
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München

Die dauerhaft niedrigen Zinsen treiben die Aktionäre der Allianz um. Der Versicherungskonzern müsse sich völlig neu erfinden, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz bei der Hauptversammlung in München.

„Ein „Weiter so“ wird es nicht geben.“ In den nächsten Jahren werde sich zeigen, ob die Allianz nach 125 Jahren Geschichte auch in Zukunft langfristig Erfolg haben werde. Die Allianz bekommt die Zinsflaute auch stark in der Lebensversicherung zu spüren, da sie hohe Zinsversprechen aus alten Zeiten an ihre Kunden noch über viele Jahre erfüllen muss.

Allianz-Chef Oliver Bäte hatte das Zinsumfeld als größte Herausforderung für das Unternehmen bezeichnet, da es für brutalen Druck auf Kosten und Erträge sorge. Die Allianz erziele einen Großteil ihrer Erträge aus Kapitalanlagen und sei daher stark von dem Zinsumfeld betroffen. „Leider befürchten wir, dass es noch ein paar Jahre so weiter geht.“

Für den Gewinn in Höhe von 6,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erhielt der Allianz-Vorstand viel Lob von den Aktionären - allerdings hätten sich einige Anleger davon eine höhere Beteiligung gewünscht als 7,30 Euro je Aktie.

In seiner Rolle als Vorstandschef trat Bäte erstmals nach seinem Antritt vor einem Jahr vor die Aktionäre - und sorgte mit roten Turnschuhen gleich für Gesprächsstoff. Hintergrund des ungewöhnlichen Schuhwerks für einen Vorstandschef war ein weltweiter Mitarbeiterlauf, den die Allianz gestartet hat. Für die Zukunft hat sich Bäte vor allem die Digitalisierung des Konzerns auf die Fahnen geschrieben.

In den vergangenen Jahrzehnten war die Allianz auch durch Zukäufe stark gewachsen und machte im vergangenen Jahr 125 Milliarden Euro Umsatz. Aktionärsvertreterin Bergdolt sprach von einer „großartigen Gesamtleistung für 2015. „125 Jahre Allianz und 125 Milliarden Euro Umsatz, das haben Sie gut hingebracht.“ Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment warnte aber vor den Risiken bei weiteren Zukäufen, denn auch in der Vergangenheit seien nicht alle ein Erfolg gewesen. „Mancher Zukauf erwies sich als teurer Flop.“

dpa

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