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Anklams Ölmühle pleite

Anklam Anklams Ölmühle pleite

Produktion von Rapsöl vorerst eingestellt / Mutterfirma KTG Agrar schon seit Juli insolvent / Holding verfügt über 45000 Hektar Land

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Blick auf die Ölmühle in Anklam

Quelle: privat

Anklam. Von der Pleite der Hamburger Holding KTG Agrar SE ist erstmals eine Tochterfirma betroffen. Die Ölmühle NOA Naturöl Anklam (Vorpommern-Greifswald) hat beim Amtsgericht Stralsund Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Grund sei eine strittige Steuernachforderung, bestätigte gestern die KTG Agrar SE in Hamburg.

Über die Fortführung der Ölmühle müsse nun der Insolvenzverwalter entscheiden, teilte ein KTG-Sprecher mit. KTG hatte die Anklamer Ölmühle 2011 nach der Insolvenz eines anderen Betreibers übernommen.

Die Ölmühle, die Raps- und Sojaöl herstellte, ist eine 100-prozentige Tochterfirma der Hamburger Agrar-Holding. Nach eigenen Angaben hatte KTG in die NOA Naturöl Anklam AG rund 1,9 Millionen Euro investiert.

KTG verfügt über etwa 45000 Hektar Ackerflächen, produziert Agrarrohstoffe, Lebensmittel und Biogas. Auch in der Biosparte ist das Unternehmen aktiv. In den neuen Bundesländern kaufte sich die Holding vor allem in ehemalige LPG-Nachfolgebetriebe ein. Später erweiterte das Unternehmen seinen Landzug auf die EU-Länder Litauen und Rumänien.

In Mecklenburg-Vorpommern besitzt der international agierende Konzern neben der Anklamer Ölmühle mehrere Agrarbetriebe sowie zahlreiche Firmenbeteiligungen. Außer der Anklamer Ölmühle mit ihren 16 Mitarbeitern sind nach Informationen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform bisher aber keine weiteren Firmen in MV von der KTG-Pleite betroffen.

KTG hatte Anfang Juli beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz angemeldet. Auslöser für die wirtschaftliche Schieflage waren fällige Zinszahlungen von knapp 18 Millionen Euro für eine 2011 aufgelegte Anleihe. Die hochverzinsliche Anleihe hatte ein Volumen von 250 Millionen Euro und war mit jährlich 7,125 Prozent verzinst.

Zunächst hieß es, Tochterfirmen wären von der Insolvenz nicht betroffen. In Anklam beobachten Augenzeugen aber bereits seit einigen Tagen, dass „es auf dem Gelände ruhiger zugeht“, die Lärmbelästigung habe abgenommen. Nach Messungen des Lärms hatte der Landkreis dem Unternehmen im Frühjahr Auflagen zur Reduzierung des Lärms erteilt. Im Juli hatte die Firma daraufhin informiert, dass sie die Produktion von Rapsöl drosseln oder einstellen werde.

Wie ein KTG-Sprecher mitteilte, wurde im Zuge eines Sanierungsplanes im Juli auch bereits die Bio-Zentrale des Unternehmens verkauft. Laut Creditreform schied zudem Firmengründer Siegfried Hofreiter im Juli aus. Elke Ehlers

OZ

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