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09:23 14.03.2018
Wir suchen dringend Apotheker und da steht ein fertig ausgebildeter, Apotheker, der mich nicht vertreten darf, weil diese letzte Formalie fehlt.Tim Langenbuch, Apotheker aus Wismar Quelle: Foto: Krohn
Rostock/Schwerin

Angehende Apotheker in MV müssen ungewöhnlich lange auf ihre Approbationsurkunde warten. Ein Stück Papier, das beweist, dass sie acht Semester Hochschulstudium, Praktika und die drei großen pharmazeutischen Prüfungen erfolgreich absolviert haben. Erst dann dürfen sie als Apotheker arbeiten.

„Damit die Approbationsurkunde schnell ausgestellt werden kann, reichen die Bewerber Nachweise vor dem dritten Staatsexamen ein. In anderen Bundesländern dauert die Ausstellung der Urkunde nach Bestehen der letzten Prüfung zwischen einer Stunde so wie in Niedersachsen oder sieben Tagen wie in Berlin mit Postzustellung. In Mecklenburg-Vorpommern dauert es vier bis sechs Wochen“, berichtet Antje Feldmann. Die Fachapothekerin aus Schwerin ist Mitglied im Ausschuss für Aus-, Weiter- und Fortbildung der Apothekerkammer MV. Im Zeitalter des Computers habe sie für solche langen Bearbeitungszeiten kein Verständnis. „Man kann die Urkunde doch vorbereiten bis auf das Datum.“

Grundsätzlich habe eine Verwaltungsbehörde drei Monate Zeit, um über einen Antrag zu entscheiden, heißt es auf Nachfrage dazu aus dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock. Dort ist das Landesprüfungsamt für Gesundheitsberufe angesiedelt. Der Zeitraum gelte auch für die Bearbeitung von Anträgen auf Erteilung einer Berufszulassung für Apotheker. Anja Neutzling vom Lagus: „Die Approbationsordnung für Apotheker enthält keine kürzeren zeitlichen Vorgaben für die Bearbeitung des Antrages.“ In der Regel würden die deutlich kürzeren Fristen von zwei bis vier Wochen für die Ausstellung der Urkunde auch eingehalten. Neutzling: „Trotzdem kann es bedauerlicherweise in Einzelfällen zu Verzögerungen kommen.“

Antje Feldmann macht auf die Folgen der langen Bearbeitungsfristen aufmerksam: „Apotheker ist ein Mangelberuf, die Leute würden sofort Arbeit bekommen. Und dann können sie vier bis sechs Wochen nichts tun, außer Regale bei Aldi einräumen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Oder sich arbeitslos melden. Sie sind aber nicht leistungsberechtigt, da sie ja dem Arbeitsmarkt nicht als Apotheker, sondern höchstens als Putzkraft in der Apotheke zur Verfügung stehen“, erklärt Feldmann. Den Betroffenen gehe nach dem Studium viel Geld verloren.

86 Approbationsurkunden für Apothekerinnen und Apotheker wurden im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern ausgestellt, wie lange die durchschnittliche Wartezeit war, kann das Lagus nicht sagen. Antje Feldmann berichtet von einem jungen Kollegen, der sogar vor dem entsprechenden Rostocker Büro gezeltet hat, um sein Zulassungsverfahren zu beschleunigen. „Da hat es 14 Tage gedauert, für einen Knopfdruck, eine Unterschrift und einen Stempel“, sagt Feldmann Tim Langenbuch, Apotheker aus Wismar, kennt das Problem. „Wir suchen alle händeringend Apotheker und da steht ein fertig ausgebildeter, staatlich geprüfter Apotheker, der mich aber nicht vertreten darf, weil diese letzte Formalie fehlt.“ Allerdings weiß er auch, dass die Probleme im Land unlängst noch weit größer waren. Apotheker hätten beispielsweise Approbationsurkunden für Ärzte zugeschickt bekommen oder Prüflingen seien Fragen aus dem falschen Fach gestellt worden.

Nicole Hollatz

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