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Wirtschaft Arbeitslosigkeit sinkt auf tiefsten Stand seit 25 Jahren
Nachrichten Wirtschaft Arbeitslosigkeit sinkt auf tiefsten Stand seit 25 Jahren
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00:01 03.11.2016

Lange musste Barbara Mak nicht suchen: Im Juli 2015 fing die 59-Jährige aus Wismar ihren neuen Job bei der Deutschen Großwälzlager GmbH in Rostock an. „Viele Arbeitgeber geben Über-50-Jährigen keine Chance“, kritisiert die Teamassistentin und Chefsekretärin. Nicht so in ihrer neuen Firma: Die Arbeit mache Spaß und mit den Kollegen verstehe sich sich gut, sagt Barbara Mak.

Wie ihr erging es vielen in jüngerer Zeit in Mecklenburg-Vorpommern: Tausende fanden einen neuen Job. Mit 70970 Arbeitslosen weist die Statistik der Arbeitsagentur für Oktober den tiefsten Stand seit der Wende aus, 1300 Erwerbslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank innerhalb eines Jahres von 9,4 auf 8,6 Prozent. Margit Haupt-Koopmann, Regionalchefin der Arbeitsagentur im Norden, spricht von einem „goldenen Oktober“.

In den vergangenen zwölf Monaten entstanden 3700 neue sozialversicherungspflichtige Stellen im Nordosten, die meisten im verarbeitenden Gewerbe und in der Gesundheitswirtschaft. „Wir sind wirtschaftlich und auf dem Arbeitsmarkt vorangekommen“, sagt Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der nach der Landtagswahl die Arbeitsmarktpolitik vom SPD-geführten Sozialministerium übernahm. Er wolle dafür sorgen, dass mehr Wertschöpfung und wissensbasierte Arbeitsplätze entstehen, erklärte Glawe. Er verweist auf Firmen-Ansiedlungen wie die Rostocker Großwälzlager GmbH oder den Medizintechnik-Standort Dassow (Nordwestmecklenburg), wo mehr als 800 Stellen geschaffen wurden.

Derzeit ist jeder zehnte Arbeitslose im Nordosten 25 bis 35 Jahre alt und hat keinen Berufsabschluss. Mit dem Programm „Zukunftsstarter“ will Haupt-Koopmann diese Gruppe in Arbeit bringen. Wer sich zu einer zweijährigen Umschulung entschließt, erhält nach der Zwischenprüfung eine Prämie von 1000 Euro und weitere 1500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung. „Für jemanden, der vielleicht gerade eine Familie gegründet hat, ist das ein großer Anreiz“, sagt Haupt-Koopmann. Das Geld muss nicht mit Hartz-IV-Einkünften verrechnet werden.

Größte Gruppe unter den Erwerbslosen bleiben Ältere über 50. Was ebenfalls zum Rückgang der Arbeitslosigkeit beiträgt, weil viele Erwerbslose zu Rentnern werden und aus der Statistik rausfallen. Aber das ist nur eine Seite: „Die Flexibilität bei den Unternehmen hat zugenommen“, sagt Agenturchefin Haupt-Koopmann. Inzwischen finden deutlich mehr Ältere einen Job als noch vor ein paar Jahren. Diese Entwicklung sei in MV stärker ausgeprägt als in Schleswig-Holstein. Insgesamt sind 39700 offene Stellen in MV gemeldet, 1000 mehr als vor einem Jahr.

Das Programm „Zukunftsstarter“ stehe auch Älteren offen. „Auch ein 60-Jähriger kann eine Umschulung machen. Wenn er danach noch vier Jahre arbeitet, lohnt es sich allemal“, erklärt Haupt-Koopmann.

Sie rechnet damit, dass die Arbeitslosenzahl im Nordosten auch 2017 weiter sinkt.

Gerald Kleine Wördemann

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