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Arbeitsmarkt: Konkurrenz um Hilfsjobs wächst

Schwerin Arbeitsmarkt: Konkurrenz um Hilfsjobs wächst

Bundesagentur setzt auf Ausbildung und Qualifizierung von Flüchtlingen / 260 Flüchtlinge fanden in MV seit Januar einen Job

Schwerin. /Berlin. Arbeitsmarktexperten erwarten nach der Flüchtlingswelle eine wachsende Konkurrenz um einfache Tätigkeiten in Deutschland. Die Zahl der Jobs, für die kein Berufsabschluss nötig ist, werde bundesweit auf etwa 160000 geschätzt, sagte Ursula Engelen-Kefer, Professorin an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit gestern in Schwerin. Die Zahl werde weiter sinken.

46 Prozent der zuletzt gut 2,5 Millionen Arbeitslosen hätten keine abgeschlossene Berufsausbildung. Hinzu kämen mehrere hunderttausend erwerbsfähige Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit.

Von ihnen hätten mindestens zwei Drittel keinen Berufsabschluss. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter müssten auch darauf achten, dass der Wettbewerb nicht zu Lohn- und Sozialdumping führt.

Rund 60 Prozent der arbeitsuchenden Flüchtlinge seien im Heimatland in Helfertätigkeiten beschäftigt gewesen, nur 17 Prozent als Fachkräfte, Spezialisten oder Experten. Für knapp ein Viertel lägen keine Angaben vor. Bei jungen Flüchtlingen fehlten oft Informationen, Erfahrungen und Verständnis für die Bedeutung der Berufsbildung. „Im September 2016 waren nur etwa 10250 Bewerber für Ausbildungsstellen Flüchtlinge, nicht einmal zwei Prozent.“

Die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur, Margit Haupt-Koopmann, verwies auf neue Programme. Verstärkt sollen Firmen für Praktika gewonnen werden, parallel soll der Deutschunterricht weitergehen. Dem sollen sich möglichst eine Ausbildung oder bei Älteren Qualifizierungen anschließen. Sie sei zuversichtlich, dass die Betriebe diesen Weg mitgehen, sagte Haupt-Koopmann. Nach ihren Worten haben in MV seit Januar mehr als 260 Flüchtlinge einen sozialversicherungspflichtigen Job gefunden.

An der Rostocker Universität gibt es zudem eine Start-up-Initiative, die Flüchtlingen hiflt, die in ihrer Heimat selbstständig waren. Das Projekt „ROXI for Refugees“ soll Migranten bei der Firmengründung unterstützen. Es richtet sich an Akademiker, Handwerker, Wissenschaftler und Studierende, die in Deutschland ein Unternehmen gründen oder übernehmen wollen. Das praxisorientierte Trainingsprogramm ist auf drei Jahre ausgelegt.

Am 9. Januar wollen Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft in Rostock interessierten Migranten Gründungs-Möglichkeiten in aussichtsreichen Bereichen erläutern, informierte Projekt-Initiator Gerald Braun vom Hanseatischen Institut für Unternehmens- und Regionalentwicklung HIE-RO. ee

OZ

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