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Wirtschaft Auf Finnland-Kurs: Siemens verschifft 80 Loks von Rostock
Nachrichten Wirtschaft Auf Finnland-Kurs: Siemens verschifft 80 Loks von Rostock
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00:05 28.09.2016

Funkelnagelneu sind sie, die 80 Lokomotiven von Siemens, die vom Rostocker Überseehafen aus nach Finnland verschifft werden. Auftraggeber ist die dortige Staatsbahn, die VR-Gruppe. Sie gibt für die elektrischen Zugmaschinen vom Typ „Vectron“ mehr als 300 Millionen Euro aus.

Bis 2026 werden die Loks, die in Breitspur ausgelegt sind, nach und nach in den Norden gebracht – alle über Rostock. Gestern Abend hat das fünfte Triebfahrzeug die Reise zur Hafenstadt Hanko angetreten. Die Fahrt dauert 25 Stunden. Damit die Ware dort ohne Kratzer ankommt, „müssen wir sie kippsicher verpacken“, sagt Jens Wolter. Gemeinsam mit seinen Kollegen der Trans-Trading GmbH ist er schon früh auf den Beinen, um die 90 Tonnen schwere Maschine für den Transport vorzubereiten. Zwei Kräne stehen dafür auf dem RoRo-Terminal bereit. Sie haben Riesen-Gurte am Haken, deren Enden mit großen Schrauben an dem Mega-Fährpaket befestigt werden. Um das sicher von den Gleisen auf einen Rolltrailer heben zu können, muss es gut verschnürt sein. Und viele Helfer sind nötig. Sie müssen ein gutes Auge beweisen. Denn die Lok kann nicht einfach so auf den Trailer gesetzt werden. Stattdessen müssen die Verlader die Lok auf radschonende Holzpallungen platzieren.

„Noch ein Stück nach vorne, ja, gut so – und jetzt runter!“ Projektleiter Jens von Beuningen gibt den Kran-Fahrern per Funkgerät exakte Anweisungen. Nach etwa 20 Minuten ist es geschafft: Die Lok steht auf dem Trailer. Jetzt wird geschraubt und gezogen. Abstehende Teile müssen reisesicher verpackt, Lok und Trailer mit Gurten verbunden werden. Beide erreichen zusammen eine Höhe von 6,20 Metern. Sie ist ein Grund dafür, dass die Loks über Rostock verschifft werden. „Diese Größe passt nicht in jeden Schiffsbauch“, erklärt Jens von Beuningen. Die Fähren der SOL Contintent Line sind groß genug. Zudem gebe es eine direkte Gleisanbindung in den Hafen. Die wird genutzt, um die Zugmaschinen vom Siemens-Werk in Süddeutschland nach Mecklenburg-Vorpommern zu bringen. Zwei bis drei Tage braucht es dafür – je nachdem wie viel Verkehr auf der Strecke ist. „Personenzüge haben immer Vorfahrt, da müssen wir dann Platz machen“, berichtet Jens von Beuningen. Er hat gestern nicht nur eine Lokomotive nach Finnland geschickt, sondern auch eine aus Finnland entgegengenommen – die Lok „Null“. Sie war seit 2015 als Testfahrzeug in Skandinavien unterwegs und hat die Staatsbahn überzeugt: Ab 2017 sollen die Neubauten nach und nach in Dienst gestellt werden. Sie ersetzen die alten finnischen Zugmaschinen im Güter- und Personenverkehr sowie die dort zum Teil aus den 1970er Jahren stammenden Lokomotiven sowjetischer Bauart. Der Auftrag aus der skandinavischen Republik schließt eine Option über weitere 97 Neubauten sowie die zehnjährige Wartung der Loks ein. „Es ist der bisher größte Einzelauftrag für die neue Lokomotiven-Generation ,Vectron’ und der erste Auftrag für dieses Modell in Breitspur“, sagt Jochen Eickholt, Geschäftsführer der Siemens-Sparte Rail Systems. Gebaut werden die elektrischen Lokomotiven in München, die Fahrwerke im österreichen Graz.

Kerstin Schröder

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