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Nachrichten Wirtschaft Auf der Volkswerft geht Ende August die Arbeit aus
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00:00 11.04.2013
Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann Quelle: Bernd Wüstneck
Schwerin

In viereinhalb Monaten geht auf der Stralsunder Volkswerft die Arbeit aus. Ob es danach weitergeht, ist offen. Ein Investor, der den Schiffbaubetrieb weiterführen könnte, ist ebenso wenig in Sicht wie erhoffte Aufträge für Offshore-Windparks. So nüchtern lässt sich die Situation zusammenfassen, wie sie Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann gestern bei einer Gläubigerversammlung in Schwerin schilderte.

Seit acht Monaten befinden sich die P+S-Werften in Wolgast und Stralsund in der Insolvenz. Erst 15 der 1750 Mitarbeiter fanden eine neue Stelle. Während es für 380 Beschäftigte in Wolgast mit der Übernahme durch die Bremer Lürssen-Gruppe ab dem 2. Mai eine neue Perspektive gibt, bleiben Kaufinteressenten für Stralsund aus. „Wir führen Gespräche, ich kann aber nicht sagen, dass ich in naher Zukunft irgendwelche Ergebnisse erwarte“, schilderte Brinkmann. Es gebe keine konkreten Verhandlungen mit einem Investor. „Das ist mir deutlich zu wenig“, sagte der Hamburger Anwalt, der so ratlos wirkte wie noch nie, seit er Ende August die Geschäfte übernahm.

Noch arbeiten 400 Stralsunder Schiffbauer an zwei Ro/Ro-Schiffen für die dänische Reederei DFDS. Eins davon wird Ende kommender Woche aus der Schiffbauhalle gerollt, das zweite Ende August. Danach haben die Schiffbauer nichts mehr zu tun. Hoffnungen, beim Bau von Windrad-Fundamenten für den Offshore-Windpark „Baltic 2“ zum Zuge zu kommen, der im Sommer vor Rügen entsteht, zerschlugen sich.

Windpark-Investor EnBW vergab die Aufträge laut Brinkmann „ins Ausland“. „Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, fährt das Offshore-Geschäft an uns vorbei“, befürchtet Volkswerft-Betriebsrat Jürgen Kräplin und kritisiert den Offshore-Kurs der Bundesregierung. Investoren hätten in Deutschland keine Garantie, dass sich ihre milliardenschweren Ausgaben rentieren, meint Guido Fröschke von der IG Metall.

Beim Verkauf der beiden von Scandlines bestellten und wegen Mängeln nicht abgelieferten Fähren gibt es ebenfalls noch nichts Zählbares. Es werde verhandelt, unter anderen mit chinesischen Behörden, sagte P+S-Geschäftsführer Axel Schulz. Ein Erlös — bisher war von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede — ginge komplett an die NordLB und die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Seite 2

Job-Angebote für 380 Arbeiter in Wolgast
650 Beschäftige der P+S-Werften warten zurzeit in der Transfergesellschaft auf Arbeit. Freitag wird verhandelt, ob sie dort länger als ein halbes Jahr „geparkt“ werden können. Alle 143 Lehrlinge können ihre Ausbildung beenden, verspricht der Insolvenzverwalter. In Wolgast sollen 380 Mitarbeiter ein Übernahmeangebot des neuen Eigners, der Lürssen-Gruppe, erhalten. Möglicherweise gibt es hier noch mehr Jobs, durch den Bau von Polizeibooten für Saudi-Arabien.

Gerald Kleine Wördemann

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