Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Aufsichtsrat will Hauptstadtflughafen besser kontrollieren
Nachrichten Wirtschaft Aufsichtsrat will Hauptstadtflughafen besser kontrollieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:12 07.02.2017
Im Januar waren neue Schwierigkeiten auf der Baustelle für den Hauptstadtflughafen bekannt geworden. Quelle: Patrick Pleul/archiv
Anzeige
Berlin

Nach der fünften Verschiebung des Starts am neuen Hauptstadtflughafen will der Aufsichtsrat den Bau wieder enger kontrollieren. Das Gremium werde künftig mindestens alle zwei Monate tagen, kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach einer Sondersitzung an.

Üblich sind alle drei Monate. Zudem ändern sich Abläufe auf der Baustelle in Schönefeld, um mehr Tempo zu gewinnen. Bauarbeiter sollen das Terminal nicht mehr Abschnitt für Abschnitt komplett sanieren, sondern nach Gewerken wie Sprinkler, Entrauchung und Türen das Gebäude startklar machen.

„Ich erwarte baldmöglichst einen klar überprüfbaren und belastbaren Terminplan zur Eröffnung“, sagte Müller an der Seite von Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld. Ein neuer Termin solle im Frühling genannt werden. Zugleich warnte Müller vor Schnellschüssen und einem politisch gesetzten Termin.

Müller und Mühlenfeld hatten wegen Problemen mit Türen und Sprinklern im Januar das Ziel aufgegeben, den drittgrößten deutschen Flughafen in diesem Jahr endlich zu eröffnen. Der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU), machte am Dienstag deutlich, dass er eine Inbetriebnahme im nächsten Jahr für möglich halte.

Nach der Wahl des neuen Berliner Senats und von fünf zusätzlichen Arbeitnehmervertretern konstitutierte sich der Aufsichtsrat neu. Vorsitzender bleibt Müller, erster Stellvertreter ist nun der Gewerkschafter Holger Rößler (Verdi). Er ersetzt in dieser Funktion den Brandenburger Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider, der als zweiter Stellvertreter fungiert.

Hintergrund ist die steigende Mitarbeiterzahl der Flughafengesellschaft, wegen der die Arbeitnehmervertreter mehr Gewicht im Aufsichtsrat erhalten. Neu in dem nun zwanzigköpfigen Kontrollgremium sind auch die Senatoren Dirk Behrendt (Grüne, Justiz) und Klaus Lederer (Linke, Kultur). Sie vertreten das Land Berlin als einen von drei Eigentümern neben Brandenburg und dem Bund.

Umbaubedarf gibt es nicht nur an rund 1000 Türen im Terminal, sondern auch an der Sprinkleranlage, wie Mühlenfeld sagte. 30 000 zusätzliche Sprinklerköpfe waren eingebaut worden, nun reicht an einigen Stellen der Wasserdruck nicht, dickere Rohre müssen nachgezogen werden. Offen sei, wie lange die Arbeiten dauern und ob dadurch Änderungen an der Brandmeldeanlage nötig werden.

„Das Ding muss fertiggebaut werden, hoffentlich in den nächsten eineinhalb Jahren“, sagte Neu-Aufsichtsrat Lederer der „taz“ (Dienstag). Bei einer Podiumsdiskussion am Montagabend in Berlin hatte der Kultursenator gescherzt, der neue Senat habe ihn wohl in das Gremium entsandt, weil er in seinem Amt auch für den Denkmalschutz zuständig sei.

Müller muss an diesem Mittwoch Rechenschaft über die Ausgaben für den Flughafen ablegen. Der für Finanzen zuständige Hauptausschuss erwartet dazu einen vertraulichen Bericht.

Der Regierungschef betonte, dass Projekt habe die „Schlusskurve“ erreicht. Heute lägen erstmals alle Genehmigungen vor. „Wir haben zwischen 2012 bis 2014 zwei Jahre sinnlos vertan“, zitierte Müller Baufirmen und andere Aufsichtsräte, die er aber nicht namentlich nannte. Seither sei viel abgearbeitet worden. Zudem verwies er auf Schwierigkeiten bei anderen öffentlichen Bauprojekten. „Der Flughafen München hat von der ersten Beschlussphase bis zum ersten Abflug 25 Jahre gebraucht.“ Im Fall Schönefeld erfolgte der Beschluss im Juni 1996.

dpa

Mehr zum Thema

Wieder wird die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens verschoben. Wie 2012 zählen zu den Gründen Probleme mit Türen, die auch dem Brandschutz dienen. Der Flughafenchef sieht aber einen Unterschied.

05.02.2017

Die Beliebtheit von zivilen Drohnen stellt die Sicherheitsbehörden zunehmend vor Probleme.

06.02.2017

Mehr als 1000 Türen im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens schließen nicht wie vorgesehen, mehrere Firmen sind beteiligt. Bosch soll nun mit dafür sorgen, dass bei der Reparatur der Überblick nicht verloren geht.

06.02.2017

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 7.02.2017 um 20:31 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

07.02.2017

Im Supermarkt warten böse Überraschungen auf die Verbraucher: Ob Zucchini, Brokkoli oder Eisberg-Salat – viele Gemüsesorten sind gerade deutlich teurer als sonst. Und die hohen Preise könnten noch Monate anhalten.

07.02.2017

Apple-Chef Tim Cook hat sich inmitten des politischen Drucks, mehr Jobs in den USA zu schaffen, zu deutschen und europäischen Zulieferern des iPhone-Konzerns bekannt.

07.02.2017
Anzeige