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06:28 25.04.2017
Im Upcycling Atelier in Rostock werden aus Stoffresten ausgefallene Kleider, bunte Kissen und einzigartige Kuscheltiere. Im Bild: Rula Alidris (16), Natalia Friedmann (50) und Oleks Roschunska (17, v. l.) FOTOS (3): FRANK SÖLLNER

Holz, Metall, Beton: Jeder Deutsche verbraucht jährlich mehr als 16 Tonnen derartiger Stoffe. Das sind 44 Kilo am Tag. Deutschland liegt damit europaweit mit an der Spitze, kritisiert das Umweltbundesamt (UBA) im Nationalen-Ressourcen-Forum. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, mahnt: „Unsere Wirtschaftsweise und unser Konsum belasten ganz erheblich die Umwelt in anderen Ländern. 70 Prozent der bei uns verbrauchten Rohstoffe kommen aus dem Ausland, davon sind vier Fünftel nicht nachwachsend.“

Es spart Kosten und schont die Umwelt: Immer mehr Unternehmen in MV setzen auf die Wiederverwertung von wertvollen Rohstoffen.

Geschenke aus Stoffresten

Die Ressourcenknappheit auf der Welt fordert von den Menschen eine nachhaltige Denkweise. Das sehen auch viele Unternehmer so, die auf Wiederverwertung und Nachhaltigkeit setzen. Wie man Plastik, Papier oder auch Glas recycelt, ist allseits bekannt. Es gibt aber auch Möglichkeiten, vermeintlichen Müll zu verwerten: Seit 2007 verkauft zum Beispiel Bloggerin Maria Neumeister aus Rostock ihre Upcycling-Produkte online. Auch ein Buch zu dem Thema hat sie veröffentlicht: „Upcycling Step by Step – über 30 Produkte zur Wiederverwertung“. „Ich wuchs mit einer Kombination aus Materialknappheit und Erfindungsreichtum auf. Ich trug schon als Baby Kleider , die meine Uroma aus aussortierten Baumwoll-Gardinen oder Bettwäsche nähte“. Heute fertigt Neumeister hauptsächlich Geschenkartikel, Taschen, Accessoires und Deko. Dabei verarbeitet sie auch den kleinsten Stoffrest – beispielsweise zu Flaschenöffnern oder Taschenspiegeln. Darüber hinaus schreibt Neumeister Anleitungen für Magazine und Zeitschriften und veröffentlicht neue Ideen auf ihrem Blog.

Selbstgenähtes aus Naturstoffen

Auch Inna Kirsanova, freiberufliche Dozentin aus Rostock, begeistert sich für alte Sachen, die Geschichte haben. 2012 startete sie das Projekt Upcycling-Atelier in Rostock. Hier möchte sie Menschen für eine nachhaltige, soziale und ökologische Lebensweise begeistern. Gearbeitet wird vorrangig mit Naturstoffen, die gespendet oder mitgebracht werden. Selbstgenähte Kissen, Kleider oder Kuscheltiere schmücken das Atelier. Finanziert wird das kleine Geschäft, das auch Workshops zum Thema Nähen anbietet, durch den Verkauf der Sachen.

Auch Gollan Recycling, ein Abfallwirtschaftsunternehmen in Schwerin, verwertet vermeintlichen Müll: Hier werden Kabel angekauft und recycelt. Bodo Scherbarth, Technischer Leiter bei Gollan, erklärt: „Die Kabel werden in einer Recyclinganlage geschreddert. Dabei werden Kupfer, Gummi und Kunststoffe getrennt und danach an die jeweiligen Aufbereiter abgegeben.“

Bauschutt für den Straßenbau

Um größere Mengen geht es bei der Schubert AET GmbH in Mönchhagen bei Rostock: Unter anderem wird hier Bauschutt aufbereitet. „Firmen bringen Bauschutt, wir verwerten aber auch Bauabfälle durch unseren eigenen Abbruch“, erklärt Geschäftsleiter Rigo Schubert. Das Material wird gebrochen, gesiebt und dann vor allem im Straßenbau unter der Asphaltdecke, im Wegebau oder in Windparks wiederverwertet. Vorteile: Der aufbereitete Bauschutt ist günstiger als Naturbaustoffe und schont die Ressourcen.

Wiederverwertung im Aufwind

Beim Upcycling (englisch up „nach oben“ und recycling „Wiederverwertung“) werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt.

Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Neuproduktion von Rohmaterialien.

Durch den Schwund der natürlichen Ressourcen weltweit und durch gesellschaftlichen Wandel gewinnt Upcycling immer mehr an Bedeutung. Kosteneinsparungen und neue Vermarktungsmöglichkeiten sind weitere Vorteile. Upcycling findet in ärmeren Gesellschaften aus der Not heraus viel häufiger statt, gewinnt aber auch im mitteleuropäischen Raum immer mehr Anhänger.

Elisabeth Schröter

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