Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Aus für Fähre von Sassnitz nach Klaipeda
Nachrichten Wirtschaft Aus für Fähre von Sassnitz nach Klaipeda
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:44 30.08.2013
Ende September ist Schluss: Die Eisenbahnfährlinie Sassnitz —Klaipeda wird eingestellt. Quelle: Fährhafen Sassnitz GmbH
Sassnitz

Aus nach 27 Jahren: Die traditionsreiche Eisenbahnfährverbindung zwischen Sassnitz auf der Insel Rügen und dem litauischen Klaipeda wird eingestellt. Die Verschiffung von Eisenbahnwaggons auf der Linie sei „kontinuierlich zurückgegangen“, begründete Gert Jakobsen, Sprecher der dänischen Reederei DFDS Seaways, gestern diesen Schritt. Die litauische Bahn, das einzige größere verbliebene Bahnunternehmen, hatte im Sommer das Transportabkommen mit DFDS gekündigt.

„Wir haben großen Aufwand betrieben, um neue Kunden zu gewinnen“, betont Anders Refsgaard, Vize-Präsident von DFDS Seaways. „Leider ohne Erfolg.“ Die Folge: Die Erträge der Fährverbindung sinken weiter, so Refsgaard. Hinzu komme die zum 1. Januar 2015 in Kraft tretende Regelung, den Schwefelausstoß der Schiffe in Nord- und Ostsee deutlich zu verringern. „Wir glauben deshalb nicht daran, die Verbindung Sassnitz — Klaipeda wieder in einen rentablen Geschäftszweig verwandeln zu können.“ Man bedaure „zutiefst“, die Verbindung Ende September einstellen zu müssen.

Bislang gibt es wöchentlich je drei Abfahrten von Sassnitz und von Klaipeda. 18 Stunden dauert eine 208-Seemeilen-Tour mit der Fähre „Kaunas Seaways“ (385 Kilometer). DFDS, die die Linie seit 2001 betreibt, arbeite daran, das Schiff auf einer anderen Route einzusetzen. So soll „die Zahl der Kündigungen an Bord auf ein Minimum reduziert werden“, sagt Anders Refsgaard. Arbeitsplätze an Land seien nicht betroffen — weder in Litauen noch in Deutschland. Passagiere und Fracht-Kunden könnten auf die DFDS-Verbindung zwischen Kiel und Klaipeda ausweichen. Hier dauert eine Überfahrt rund 21 Stunden.

Die Fähre Sassnitz — Klaipeda war unter anderem auch für den Transit nach Russland genutzt worden. Dafür kann der Fährhafen Sassnitz Alternativen anbieten, wenn auch mit längerer Fahrzeit auf See:

Von Sassnitz aus verkehrt wöchentlich eine Eisenbahnfähre in das 630 Seemeilen (1170 km) entfernte Ust-Luga bei St. Petersburg, die auch Baltijsk in der Exklave Kaliningrad anläuft. Die Reederei BFI hat angekündigt, diese Relation „wegen der positiven Marktentwicklung“ noch mit einer weiteren Eisenbahnfähre zu verstärken. Ziel: höhere Taktfrequenz.

Für den Eisenbahngüterumschlag in Sassnitz habe das Aus der Linie keine gravierenden Auswirkungen, heißt es aus dem Fährhafen. Harm Sievers, Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH, bedauert dennoch den Rückzug der litauischen Bahn. Allerdings gebe es auch einen positiven Aspekt: Dadurch werde die Nachfrage nach „Verbindungen in Richtung Russland und GUS-Staaten automatisch steigen“.

Das Ende der Verbindung Sassnitz — Klaipeda dürfte sich vor allem negativ auf den Logistikstandort Litauen auswirken. Jedoch gebe es Bestrebungen, zumindest eine RoRo-Verbindung nach Klaipeda zu starten, so der Hafen.

Thomas Luczak

Die Verhandlungen über die künftige Verteilung der EU-Agrargelder in Deutschland stehen vor dem Scheitern.

30.08.2013

Nach dem Stellwerkchaos von Mainz hat Bahnchef Rüdiger Grube Entschädigungen für Fahrgäste angekündigt.

30.08.2013

Durch Wirtschaftsspionage entsteht in Deutschland nach Schätzung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) jährlich ein Schaden von 50 Milliarden Euro.

29.08.2013