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Aus riesiger Braunkohlegrube wird Cottbusser Ostsee

Cottbus Aus riesiger Braunkohlegrube wird Cottbusser Ostsee

Lastwagen und Bagger wühlen sich durch den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord/ Wenn das Erdloch ab 2018 geflutet wird, entsteht hier der größte künstliche See Deutschlands

Cottbus. . Es ist wie an einer dicht befahrenen Straße: Ein Lastwagen folgt auf den nächsten. Eng getaktet. Geladen haben die rund 90 gelben Fahrzeuge Erde, die sie an einer Stelle abladen, wo schon Planiermaschinen warten. Das Ganze spielt sich aber nicht an einer Straße, sondern in einem riesigen Erdloch ab. Das war einmal der Braunkohletagebau Cottbus-Nord – seit den 1980er Jahren in Betrieb, Ende 2015 planmäßig stillgelegt und jetzt Großbaustelle. Schon in einigen Jahren sollen sich hier Badegäste und Angler tummeln .

2024 soll den Planungen des Tagebaubetreibers LEAG zufolge alles fertig sein. Der Cottbuser Ostsee – so der Name – werde dann mit rund 1900 Hektar Wasseroberfläche der größte künstliche See Deutschlands sein. Ab 2018 wird voraussichtlich geflutet. 88 Prozent des eingeleiteten Wassers sollen aus der Spree stammen, hinzu kommt noch Grundwasser.

Es ist laut in der Grube durch den Lastwagenverkehr. Riesige Erdmassen werden Stunde um Stunde bewegt, denn die Ausfahrt der ehemaligen Kohlezüge aus der Grube muss geschlossen werden. Erst dann kann Wasser eingeleitet werden. 17 Millionen Kubikmeter Erde braucht es laut LEAG, um den Ausgang zu schließen. Kurz vor Weihnachten 2015 fuhr hier noch der letzte Kohlezug aus der Grube.

LEAG verfolgt damit die Pläne konsequent weiter, die noch vom Energiekonzern Vattenfall vorangetrieben worden waren. LEAG gehört zum tschechischen EPH-Konzern, der die Lausitzer Braunkohlesparte in Brandenburg und Sachsen mit vier aktiven Gruben und mehreren Braunkohlekraftwerken unlängst von dem schwedischen Staatskonzern übernommen hatte. Vattenfall trennte sich von der Braunkohle, auch um sich stärker auf erneuerbare Energien zu konzentrieren. Zum Verkauf gehörte auch die stillgelegte Grube Cottbus-Nord, die vom Tagebaubetreiber rekultiviert werden muss.

In dem riesigen Loch sind die Tagebaugeräte inzwischen abgebaut oder gesprengt worden. An einer anderen Stelle werden zurzeit Kippenbereiche, die einmal Uferteile des Sees bilden sollen, gesichert.

Die Gesamtkosten des Ostsee- Projekts belaufen sich auf 250 Millionen Euro, davon seien 100 Millionen schon ausgegeben worden, heißt es. Der Tagebaubetreiber will nach der Fertigstellung des Badesees, in dem es auch Inseln geben soll, zunächst Seebesitzer bleiben. Das Projekt Cottbusser Ostsee hat aber nicht nur Befürworter. Immer wieder äußerten Anwohner die Sorge, dass Wasser in ihre Keller laufen könnte, falls der See überlaufen sollte. Und es gibt immer Bedenken zur Wasserqualität des Sees, weil die Spree an einigen Stellen erhöhte Sulfatwerte aufweist.

Anna Ringle

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