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Nachrichten Wirtschaft Ausländische Touristen kurbeln den Einzelhandel an
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00:05 22.03.2017

Sie kommen von weit her und wissen oft sehr genau, was sie wollen: In Zeiten des boomenden Onlinehandels in Deutschland werden Touristen zu einer immer wichtigeren Stütze für den stationären Handel in den Großstädten. Juweliere und Schuhgeschäfte, Feinkostläden, Parfümerien und andere Anbieter profitieren seit vielen Jahren von den Gästen aus den USA, Russland, Japan, China und anderen Ländern. Auch in MV freut sich der Handel über den boomenden Tourismus.

Für München hat der Handelsverband Bayern jetzt erstmals das Einkaufsverhalten chinesischer Touristen in einer Studie untersucht. 513 Euro geben die Gäste aus dem Reich der Mitte demnach pro Tag in der Isar-Metropole aus und haben den in München stark vertretenen arabischen Shopping-Touristen (367 Euro) damit den Rang abgelaufen. Dabei haben es die Gäste aus China nicht einmal nur auf Luxusgüter abgesehen, sondern sie decken sich auch in mittelpreisigen Geschäften und Kaufhäusern ein. Ganz oben auf ihrem Einkaufszettel dabei: Lebensmittel, Bekleidung und Kosmetik, aber auch Schuhe, Uhren und Schmuck, wie die Studie ergab.

Was für München die Chinesen, sind für MV die Skandinavier: Mit den Fähren aus Dänemark und Schweden kommen zahlreiche Urlauber, die sich vor der Rückfahrt im Bordershop im Seehafen unter anderem mit Alkohol und Süßigkeiten eindecken. „Aufgrund der niedrigen deutschen Steuern ist es besonders für skandinavische Reisende attraktiv, im Bordershop einzukaufen“, sagt Anette Ustrup Svendsen, Sprecherin der Fährreederei Scandlines, die den Bordershop betreibt. „Die Kunden können ihre Waren bereits im Internet vorbestellen und diese dann verpackt und abholbereit mitnehmen.“

In Warnemünde sind es zudem die Kreuzfahrtpassagiere, die dem Einzelhandel einen kleinen Boom bescheren. Das Institut für Marketing und Dienstleistungsforschung der Universität Rostock hat zuletzt 2012 errechnet, dass Kreuzfahrer und Fährpassagiere pro Kopf im Schnitt 30 Euro an Land ausgeben. Für ganz MV kamen so 71 Millionen Euro zusammen. Diese Summe dürfte heute noch deutlich höher liegen, da die Zahl der Passagiere seitdem stark gestiegen ist.

Einer der Anbieter, die in Warnemünde profitieren, ist Karls Erlebnishof, der am Kreuzfahrtterminal eine seiner fünf Niederlassungen in MV betreibt. Auf Usedom kaufen wiederum bis zu 20 Prozent Polen bei Karls ein. „Wir wollen den Einkauf selbst als touristisches Erlebnis gestalten, etwa in unseren zehn Schau-Manufakturen“, erklärt Geschäftsführer Robert Dahl. Touristen – insgesamt allerdings in der Mehrheit Deutsche – machten zwei Drittel des Umsatzes bei Karls aus. „Gekauft werden vor allem regionale Lebensmittel wie Wurst und Schinken, Honig und Marmelade.“

Christine Schultze und Axel Büssem

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