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Autohersteller feilen an nächster Elektroauto-Generation

Reichweite soll steigen Autohersteller feilen an nächster Elektroauto-Generation

Lange blieben die großen Autokonzerne beim Thema Elektromobilität zurückhaltend. Die Missgunst der Käufer gab ihnen recht. Auf dem Pariser Autosalon suchen die Hersteller nun nach Antworten - auch wenn die Zukunft der Elektroautos noch unsicher ist.

Paris. Die europäischen Autohersteller bereiten die nächste Generation der Elektroautos vor. Neben Renault stellten auch Volkswagen und Daimler auf dem Autosalon in Paris neue Konzepte vor.

Daimler-Chef Dieter Zetsche kündigte an, bis 2025 sollen 15 bis 25 Prozent aller von dem Hersteller verkauften Autos mit Elektromotoren ausgestattet sein. In der breiten Vorhersage schwingt Unsicherheit mit: „Entscheidend ist, dass wir uns vorbereiten auf ein Massenphänomen“, sagte Zetsche. Die Hersteller müssten aber flexibel bleiben, falls der Anstieg nicht so stark ausfalle.

Elektro-Pionier Renault sieht das gelassen: „Ich bin sehr froh, dass die gleichen Leute, die sich 2008 über uns lustig gemacht haben (...) heute sagen: Wir haben in den nächsten Jahren fünf neue Autos“, sagte Renault-Chef Carlos Ghosn. Der französische Hersteller präsentierte ein Konzept für ein Elektro-Coupé.

Während die Verkaufszahlen von reinen Elektroautos in Deutschland noch verschwindend gering sind, läuft das Geschäft in Ländern wie China und den USA an. In China wurden in diesem Jahr laut einer Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach bis August rund 240 000 E-Autos und Kleinbusse verkauft - gut zweieinhalb Mal so viele wie in den USA und 17 Mal mehr als in Deutschland. Selbst Kaufprämien für die Strom-Autos helfen hierzulande bislang kaum.

Dabei bemüht sich die Politik um Unterstützung: Deutschland und Frankreich wollen mit einer gemeinsamen Initiative die Elektromobilität vorantreiben. Doch die hohen Preise für Elektroautos gelten ebenso als Hindernis wie fehlende Ladestationen und die mangelnde Ausdauer. Man müsse Käufern die „Reichweitenangst“ nehmen, sagte Daimlers Entwicklungsvorstand Thomas Weber am Rande der Messe.

Der Scheu bemühen sich die Hersteller nun zu begegnen. Volkswagens Konzept-Kompaktwagen soll 400 bis 600 Kilometer weit kommen, Daimlers E-Autos auf Geländewagenbasis steht dem in nichts nach. Bis die Fahrzeuge beim Händler stehen, dauert es indes: 2020 heißt es bei VW, „noch in dieser Dekade“ - also in drei Jahren - bei Daimler. Der Plan sei es, ein massentaugliches Modell anzubieten, sagte Daimlers Vertriebsvorstand Ola Källenius. Die Technologie der E-Mobilität werde 2019 aber immer noch teurer sein als konventionelle Motoren.

Dabei sind einige bereits angebotene Modelle längst soweit: Opels Ampera-e, der 2017 auf den Markt kommt, soll mit einer Ladung 500 Kilometer weit kommen. Auch die Fahrleistung von BMWs i3 wird vergrößert. Der bayerische Autokonzern plant außerdem weitere Modelle mit Hybrid- und Elektromotor auszustatten. Renault will ferner bis Ende des Jahres eine Neuauflage des Modells Zoe mit 400 Kilometer Reichweite starten. Und VW legt seinen elektrisch betriebenen Golf neu auf - wenn auch erst mit einer Reichweite von 300 Kilometern. Das für 2020 geplante Modell soll nicht nur bei der Reichweite, sondern auch beim Preis einem Diesel-Golf entsprechen, versprach VW-Markenchef Herbert Diess.

Doch nicht alle Hersteller sind von reinrassigen E-Modellen überzeugt. Der französische Hersteller PSA will sich alles offen halten: Spezifische Elektro-Designs seien nicht geplant, sagte PSA-Entwicklungschef Gilles Le Borgne. Stattdessen sollen etwa künftige Peugeot- oder Citroën-Modelle in verschiedenen Antriebsformen geliefert werden können: „Der künftige 208 oder der künftige DS 3 (...) wird Elektro, Benzin oder Diesel haben können“, so Le Borgne.

dpa

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