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00:01 19.10.2017
Blick auf ein mit digitaler Technik ausgerüstetes Auto-Cockpit. Obwohl der Konsument einerseits komfortabel und modern unterwegs sein will, bergen Technik und Vernetzung auch Gefahren. Quelle: Foto: Daniel Naupold/dpa
Berlin

Ungesicherte Datenschnittstellen im Auto können nach Experteneinschätzung zum Einfallstor für Hackerangriffe werden. Die Allianz-Versicherung fürchtet, dass es in den nächsten Jahren nicht bei den bisherigen vereinzelten kriminellen Attacken von Datendieben und -saboteuren bleiben wird: „Die Schutzmechanismen vor Hackerangriffen sind gerade bei älteren Fahrzeugen oft unzureichend“, sagte Joachim Müller, Vorstand der Sachversicherung bei der Allianz Deutschland. „Deshalb wird die Zahl der Angriffe auf vernetzte Fahrzeuge in den kommenden Jahren steigen.“

Der größte europäische Versicherer steht mit seinen Sorgen nicht allein da. In der Autobranche gilt vor allem die sogenannte OBD2-Schnittstelle als gefährdet, die seit Ende der neunziger Jahre in alle Fahrzeuge eingebaut ist. Diese ungesicherte Schnittstelle wurde bewusst offengehalten und war ursprünglich für das Auslesen von Abgasdaten per Kabel in der Werkstatt gedacht, wie Maik Böres, Leiter „Future Mobility“ bei BMW, erläutert. Eine Vielzahl der Autobauer hat schon reagiert. So vermittelt etwa Maik Böres: „Bei BMW sind alle fahrsicherheitsrelevanten Dinge von der OBD-Schnittstelle abgekoppelt“.

Doch gibt es Sorgen in- und außerhalb der Autobranche, dass die Sicherheitsvorkehrungen keineswegs bei allen Herstellern ausreichend sind. „Heute sind moderne Autos rollende Computer“, sagt Allianz-Vorstandsmitglied Müller. Durch die Multimedia- und Internetfunktionen seien zentrale Steuergeräte im Auto häufig nicht nur mit dem Internet verbunden, sondern hätten auch internen Zugriff auf die Kommunikationsnetze des Fahrzeugs. Während nun ein Hackerangriff auf Computer oder Handy für die Opfer sehr ärgerlich, doch in aller Regel nicht lebensgefährlich ist, könnten kriminelle Cyberattacken auf Autos dagegen gefährlich für Leib und Leben werden: „Wichtige Fahrfunktionen, wie etwa ESP oder Bremsassistenten, sind in die fahrzeuginterne Datenkommunikation eingebunden“, sagt Müller. „Wem es gelingt, in diese Systeme einzudringen, der kann zum Beispiel auch ein ungewolltes Bremsmanöver auslösen.“

Die Szenarien sind bedrohlich: „Cyberangriffe auf Fahrzeuge machen Hersteller und große Flottenbetreiber zu potenziellen Erpressungsopfern. Der Reputationsschaden für die Automobilbranche wäre riesig“, sagt Müller.

Die Autobauer sind gewarnt. Letztlich entscheidet aber der Kunde, was für eine Ausstattung in seinem Auto eingebaut sein soll. Ist ihm eine Vernetzung seines Neuwagens wichtig, lohnt sich in jedem Fall die Nachfrage nach der Daten- und Sicherheitslage des Fahrzeugs, damit man auch weiterhin unbedenklich das Lenkrad schwingen kann.

Carsten Hoefer

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