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Backstube mit Personalproblem

Waren Backstube mit Personalproblem

Ernährungsbranche im Nordosten fordert mehr politische Unterstützung

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Waren. Die Mecklenburger Backstuben waren 1991 das erste Unternehmen, das die Treuhand medienwirksam an heimische Geschäftsleute verkaufte. Das Unternehmen aus Waren an der Müritz hat sich trotz des Verdrängungswettbewerbs behauptet. Nun drohen in der gesamten Branche die Arbeitskräfte knapp zu werden.

Geschäftsführer

Günther Neumann

FOTO: WÜSTNECK/DPA

165 Mitarbeiter hat die Firma allein in der Produktion und 622 Beschäftigte in ganz Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Das sei angesichts des Verdrängungswettbewerbs in der Backbranche nicht selbstverständlich, erklärt Geschäftsführer Günther Neumann. Er hatte die frühere Großbäckerei im April 1991 mit zwei Kollegen als „Management Buy Out“ übernommen. „Viele haben uns belächelt, vor allem aus dem Westen, aber wir haben uns behauptet“, sagt Neumann. Trotzdem sieht er ein großes Problem für die Ernährungsbranche. Man brauche beim Mangel an Arbeitskräften mehr politische Hilfe.

„Der Wettbewerb um Beschäftigte ist in vollem Gange, aber wir sehen keine Konzepte“, erklärt der langjährige Vorstandschef im Verein Agrarmarketing. Das gelte auch bei der Integration ausländischer Bürger, wovon immer viel geredet werde. Die Mitarbeiter der Firma, die von Potsdam über Schwerin bis Rügen 60 Cafés betreibt und mehr als 100 Märkte und Kliniken beliefert, kommen aus elf Ländern. „Aber wir haben vier ukrainische Mitarbeiter, die wir seit 2015 ausgebildet haben und denen die Abschiebung droht“, erläutert Neumanns Tochter Kathrin Rossa, die ebenfalls Geschäftsführerin ist. Dabei habe es für die Ausbildung immer Genehmigungen gegeben.

„Wir fühlen uns alleingelassen“, sagt Rossa. „Wenn sich Leute integriert haben, sollte es einen Abschiebestopp geben“, erklärt Jörg Dahms von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Da müsse es ein Umdenken in Deutschland geben. 

Trotz des Arbeitskräfte- und Lehrlingsproblems sowie der Konkurrenz durch Backshops in Supermärkten sehen sich Neumann und Rossa gut gerüstet. „Wir werden 2018 rund eine Million Euro investieren.“

Die Tiefkühllagerung wird erweitert und ein Brotlager gebaut. Dazu kommen neue Standorte für Cafés in Bansin auf Usedom, im Hafen von Wismar und in Pritzwalk (Brandenburg).

„Man muss sich permanent verändern und Neues entwickeln“, sagt Rossa. So werden wieder Auszubildende für zehn Berufe gesucht.

Winfried Wagner

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