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Wirtschaft Bahn lässt rote Zahlen hinter sich
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14:32 23.03.2017
Kann bessere Zahlen als im Vorjahr vorlegen: der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz. Quelle: Kay Nietfeld
Berlin

Die Deutsche Bahn sieht sich unter ihrem neuen Vorstandschef Richard Lutz mit steigenden Fahrgastzahlen wieder auf der Erfolgsspur.

Der Konzernumsatz soll in diesem Jahr um gut zwei Prozent auf mindestens 41,5 Milliarden Euro steigen, das operative Ergebnis um rund 8 Prozent auf mindestens 2,1 Milliarden Euro wachsen, wie Lutz am Donnerstag angekündigte. „Wir haben die Trendwende geschafft.“ Die unter seinem Vorgänger Rüdiger Grube begonnenen Bemühungen um mehr Qualität und Kunden zeigten Wirkung. In diesem Jahr sollen die Züge erneut pünktlicher werden.

2016 war der Umsatz um 0,3 Prozent auf 40,6 Milliarden Euro gestiegen. Operativ wies der Bundeskonzern ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,95 Milliarden Euro aus, ein Plus von knapp 11 Prozent. Bereinigt wurde diese Kennziffer um Rückstellungen für den geplanten Kernenergiefonds und die Restrukturierung bei der Güterbahn sowie Sondereffekte bei der Auslandstochter Arriva - insgesamt knapp eine halbe Milliarde Euro.

Nach roten Zahlen im Vorjahr wurde mit 716 Millionen Euro wieder ein positives Jahresergebnis erreicht. Das reiche, um die Dividende von 600 Millionen Euro an den Bund zu überweisen, sagte Lutz. Er gab keine Prognose ab, wie hoch der Gewinn in diesem Jahr unterm Strich sein wird.

Nach einem leichten Minus im Vorjahr stieg die Zahl der Reisenden um fünf Prozent auf 2,37 Milliarden. Im Fernkehr mit ICE und Intercity führte ein Plus von 5,4 Prozent zum Höchstwert von 139 Millionen Fahrgästen. Lutz führte das zurück auf mehr pünktliche Fahrten, gründlicher gereinigte Züge und eine verbesserte Kundeninformation. „Mit unserem Programm "Zukunft Bahn" sind wir auf dem richtigen Weg.“

Die Bahn hatte 2016 auch die Rabattaktionen für Fahrkarten ausgeweitet. Der Umsatz im Fernverkehr stieg mit 2,6 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro langsamer als die Reisendenzahl.

Personenverkehrsvorstand Berthold Huber kündigte an, dass in diesem Jahr 81 Prozent der Fernzüge pünktlich sein sollen - das heißt, weniger als 6 Minuten nach Fahrplan eintreffen. Im vergangen Jahr war der Anteil deutlich von 74,4 Prozent (2015) auf 78,9 Prozent gestiegen - das Ziel von 80 Prozent wurde damit allerdings verfehlt. In einigen Jahren will die Bahn 85 Prozent schaffen.

Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, sagte zur Bilanz der Bahn: „Die Richtung stimmt, aber man ist noch nicht am Ziel.“ Er verlangte mehr Ehrgeiz bei der Pünktlichkeit und dass das Bemühen um eine bessere Information der Kunden nicht nachlasse. Die Bahn brauche aber auch mehr Unterstützung aus dem Bundesverkehrsministerium.

Abermals schlechter liefen die Geschäfte für die Güterverkehrssparte DB Cargo mit leichten Leistungseinbußen in Deutschland. Hinzu kamen Rückgänge in Großbritannien und Frankreich. Huber zeigte sich zuversichtlich, dass beschlossene Sanierungsprogramme wirken werden.

Lutz kündigte an, dass die Schulden des Bundeskonzerns von 17,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf knapp 19 Milliarden Euro steigen werden - trotz einer Finanzspritze des Bundes mit einem Volumen von 2,4 Milliarden Euro bis 2020. „Wir glauben, dass wir bei der Eisenbahn in Deutschland auf Angriff spielen müssen“, sagte Lutz. Das bedeute, zu wachsen und zu investieren. Über Anleihen wolle das Unternehmen bis zu zwei Milliarden Euro einsammeln, die ersten Tranchen möglicherweise schon vor der Sommerpause.

dpa

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