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Wirtschaft Bahn zieht sich aus Fährhafen Sassnitz zurück
Nachrichten Wirtschaft Bahn zieht sich aus Fährhafen Sassnitz zurück
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00:05 10.05.2016
Das Bahngelände im Fährhafen Sassnitz-Mukran. Quelle: Stefan Sauer/dpa

Die Deutsche Bahn zieht Konsequenzen aus dem rückläufigen Bahnverkehr im Fährhafen Sassnitz und will sich vom Normalspurnetz trennen. Die Nutzung der Schieneninfrastruktur ist aufgrund diverser Veränderungen der vergangenen Jahre stark zurückgegangen, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Als Grund für den Einbruch nannte die Bahn die Verlegung der Güterverkehre der Reederei Stena Line nach Rostock und den weiterhin sehr geringen Fährverkehr über Breitspur zwischen Russland und Deutschland.

Konkret sucht die Deutsche Bahn einen neuen Betreiber für das Normalspurnetz mit 130 Hektar Land und 48 Kilometern Gleisen. Vor fünf Jahren hatte sie sich bereits vom dortigen Breitspurnetz getrennt.

Das übernahm der Fährhafen. Der angestrebte Verkauf der Normalspurinfrastruktur von DB Netz an den Fährhafen kommt für das Schweriner Verkehrsministerium „nicht überraschend“. Unstrittig sei, dass die zu DDR-Zeiten aus politischen Gründen errichteten Bahnanlagen für heutige Verhältnisse überdimensioniert seien und nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten, erklärt ein Sprecher.

Entgegen dem Landestrend ist der Umschlag im Fährhafen Sassnitz, der seit Kurzem unter dem Namen Mukran Port firmiert, seit Jahren rückläufig. Nach Angaben des Fährhafens wurden 2005 noch Güter von rund 70 000 Eisenbahnwaggons umgeschlagen. Im vergangenen Jahr waren es noch 1500 Waggons. Auch der Gesamtumschlag im Hafen ist stark rückläufig — von rund fünf Millionen Tonnen Güter 2005 auf knapp 1,6 Millionen Tonnen im Jahr 2015.

Nach Angaben des Fährhafens sind durch Wirtschaftsansiedlungen auf dem Gelände rund 600 Arbeitsplätze entstanden. Für die Windparks „Wikinger“ und „Arkona“, die vor Rügen entstehen, rechnet der Hafen mit jeweils 100 bis 150 Arbeitsplätzen. Die von der Bahn übernommenen Flächen sollen teilweise als Industriegebiet für weitere Ansiedlungen hergerichtet werden. Martina Rathke

OZ

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