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Wirtschaft Banken: Italiens Monte dei Paschi streicht 2600 Stellen
Nachrichten Wirtschaft Banken: Italiens Monte dei Paschi streicht 2600 Stellen
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05:16 26.10.2016
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Siena

Mit Stellenstreichungen und einem radikalen Sanierungsplan will die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) endlich in ruhiges Fahrwasser kommen.

Rund 2600 Stellen sollen in den kommenden drei Jahren gestrichen und etwa 500 von 2000 Filialen geschlossen werden, wie die Bank am Dienstag in Siena mitteilte. Zudem sollen Geschäftsteile verkauft werden. Damit will der neue Chef Marco Morelli die toskanische Bank bis 2019 zu einem Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro führen.

Derzeit hat die Bank, die als das älteste Geldhaus der Welt gilt, etwa 25 200 Mitarbeiter weltweit. Mit den Stellenstreichungen sollen die Personalkosten um neun Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro sinken. Für das laufende Jahr wird ein Verlust von 4,8 Milliarden Euro vorausgesagt.

Wegen einer hohen Vorsorge für faule Kredite schrieb das Institut im dritten Quartal einen Minus von 1,15 Milliarden Euro. Faule Kredite, bei denen die Rückzahlung unwahrscheinlich ist, sind das größte Problem der Bank, die bereits mehrere Rettungsversuche hinter sich hat. Sie belaufen sich brutto derzeit auf 45,6 Milliarden Euro. Um sich für die drohenden Ausfälle zu wappnen, fehlt der Bank aber genügend Eigenkapital.

Im Sommer wurde bereits ein Rettungsplan vereinbart. Dabei sollen Problemkredite von fast 30 Milliarden Euro ausgelagert werden. Ende November sollen die Aktionäre einer Kapitalerhöhung über bis zu fünf Milliarden Euro zustimmen.

Kritisch wird dabei das politische Umfeld in Italien beäugt, wo Ministerpräsident Mattei Renzi am 4. Dezember das Volk über eine Verfassungsreform entscheiden lässt. Investoren fürchten, dass bei einem Scheitern politisches Chaos folgt.

An der Mailänder Börse weckten die Ankündigungen neue Hoffnung auf eine erfolgreiche Rettung der Bank. MPS-Aktien gewannen am Morgen mehr als 20 Prozent. In der vergangenen Woche waren sie in Erwartung des Umbauprogramms bereits um fast 60 Prozent gestiegen. Seit Jahresbeginn haben sie aber immer noch stark an Wert verloren.

dpa

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