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Wirtschaft Bauern machen Front gegen Niedrigpreise für Lebensmittel
Nachrichten Wirtschaft Bauern machen Front gegen Niedrigpreise für Lebensmittel
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11:06 24.03.2016
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Berlin

Die deutschen Landwirte appellieren an Verbraucher und Supermärkte, den Trend zu Niedrigpreisen für Lebensmittel zu stoppen.

„Derzeit kommt beim Bauern immer weniger an, so dass zahlreiche Betriebe um ihre Existenz bangen müssen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Ein höherer Anteil am Ladenpreis etwa für Milch sei nötig.

Dafür könnten Molkereien gemeinsam ein stärkeres Gegengewicht bilden, um mit großen Handelsketten auf Augenhöhe über Preise zu verhandeln. Angesichts stark gesunkener Weltmarktpreise auch für Schweinefleisch und Getreide sind die Einkommen vieler Höfe drastisch eingebrochen.

In zahlreichen Städten gab es Aktionen. In Dresden fuhren Landwirte mit Traktoren durch die Innenstadt. Auch in Schwerin und Stralsund demonstrierten Bauern für höhere Erzeugerpreise. „Wir wollen nicht jammern, sondern den Menschen erklären, was von dem Geld, das sie bezahlen, für uns Bauern übrig bleibt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Bauernpräsident Rainer Tietböhl. In Mainz verschenkten Landwirte Milch, Eier und Äpfel an Passanten. Rukwied appellierte an die Solidarität der Verbraucher, verstärkt heimische Produkte zu kaufen.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) nannte das Anliegen der Bauern berechtigt: „Unsere qualitativ hochwertigen Lebensmittel dürfen nicht zu Billigpreisen verschleudert werden.“ Nötig sei ein Qualitätswettbewerb und kein Preiswettbewerb an der Ladentheke.

Auch die Lebensmittelwirtschaft spürt Preisdruck und sieht die Ursachen im derzeit großen globalen Angebot. „Die Ertragslage ist empfindlich angespannt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Christoph Minhoff, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies etwa auf steigende Produktionskosten, internationale Konkurrenz und vor allem harten Preiskampf im stark konzentrierten Einzelhandel. Der Handel wies die Vorwürfe zurück.

dpa

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