Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Bauern machen Front gegen Niedrigpreise für Lebensmittel

Berlin Bauern machen Front gegen Niedrigpreise für Lebensmittel

Wurst als Lockangebot, Milch als Schnäppchen: Dass Lebensmittel teils zu Schleuderpreisen zu haben sind, schlägt bei vielen Landwirten ins Kontor. Der Bauernverband wirbt nun auch um Solidarität der Kunden.

Berlin. Die deutschen Landwirte appellieren an Verbraucher und Supermärkte, den Trend zu Niedrigpreisen für Lebensmittel zu stoppen.

„Derzeit kommt beim Bauern immer weniger an, so dass zahlreiche Betriebe um ihre Existenz bangen müssen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Ein höherer Anteil am Ladenpreis etwa für Milch sei nötig.

Dafür könnten Molkereien gemeinsam ein stärkeres Gegengewicht bilden, um mit großen Handelsketten auf Augenhöhe über Preise zu verhandeln. Angesichts stark gesunkener Weltmarktpreise auch für Schweinefleisch und Getreide sind die Einkommen vieler Höfe drastisch eingebrochen.

In zahlreichen Städten gab es Aktionen. In Dresden fuhren Landwirte mit Traktoren durch die Innenstadt. Auch in Schwerin und Stralsund demonstrierten Bauern für höhere Erzeugerpreise. „Wir wollen nicht jammern, sondern den Menschen erklären, was von dem Geld, das sie bezahlen, für uns Bauern übrig bleibt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Bauernpräsident Rainer Tietböhl. In Mainz verschenkten Landwirte Milch, Eier und Äpfel an Passanten. Rukwied appellierte an die Solidarität der Verbraucher, verstärkt heimische Produkte zu kaufen.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) nannte das Anliegen der Bauern berechtigt: „Unsere qualitativ hochwertigen Lebensmittel dürfen nicht zu Billigpreisen verschleudert werden.“ Nötig sei ein Qualitätswettbewerb und kein Preiswettbewerb an der Ladentheke.

Auch die Lebensmittelwirtschaft spürt Preisdruck und sieht die Ursachen im derzeit großen globalen Angebot. „Die Ertragslage ist empfindlich angespannt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Christoph Minhoff, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies etwa auf steigende Produktionskosten, internationale Konkurrenz und vor allem harten Preiskampf im stark konzentrierten Einzelhandel. Der Handel wies die Vorwürfe zurück.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Hannover/Berlin

Eier gleichen sich wie ein Ei dem anderen? Von wegen. Selbst in der Bio-Haltung gibt es laut Kritikern große Unterschiede. Die Branche will nun auch mehr Transparenz: Verbraucher sollen besser sehen können, woher die Eier stammen.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.