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Bauleiter am Hauptstadtflughafen muss gehen

Bretschneider übernimmt Bauleiter am Hauptstadtflughafen muss gehen

Der BER bekommt den fünften Bauleiter in fünf Jahren: Der einstige Hoffnungsträger Jörg Marks muss wegen Verzögerungen beim Eröffnungstermin gehen. Ein Nachfolger steht schon fest.

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Marks war im Sommer 2014 als Nachfolger von Horst Amann auf die Baustelle gekommen, der nach einem Machtkampf mit dem damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte gehen müssen.

Quelle: Patrick Pleul

Berlin. Der frühere Bahn-Manager Christoph Bretschneider soll als Bauleiter den neuen Hauptstadtflughafen zügig zu Ende bringen. Der 56-Jährige ersetzt den bisherigen Technikchef Jörg Marks, der nach zweieinhalb Jahren gehen muss.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld kündigte den Personalwechsel überraschend an, nachdem die geplante Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens noch in diesem Jahr geplatzt war. Aufsichtsratschef Michael Müller ließ wenig Begeisterung an Mühlenfelds Entscheidung erkennen.

Der Präsidialausschuss des Kontrollgremiums habe kritisch darüber diskutiert, teilte der SPD-Politiker und Regierende Bürgermeister mit. Der Aufsichtsrat werde eng überwachen, ob der Wechsel die Fertigstellung des Flughafens beschleunige. „Jetzt muss sich die Geschäftsführung daran messen lassen, dass der BER sicher und im Kostenrahmen in 2018 eröffnet wird.“

Der Flughafen sprach von einer Entscheidung, die allein in den operativen Bereich der Geschäftsführung falle. Diese habe am Mittwoch den Aufsichtsrat darüber informiert.

Im Januar waren im Terminal in Schönefeld neue Probleme mit Türen und Sprinklern bekannt geworden. Nach Müllers Angaben gibt es dadurch vier bis sechs Monate weiteren Verzug.

Um den Flughafen zügig fertig zu stellen, ist aus Mühlenfelds Sicht notwendig, „dass die schwierige Konstellation mit den verantwortlichen Unternehmen und den Sachverständigen gelöst wird“. Das Unternehmen hat die Baufirmen wiederholt zu mehr Eile gedrängt, diese verweisen jedoch immer wieder auf fehlende Pläne.

Mühlenfeld betonte: „Jörg Marks haben wir viel zu verdanken. Durch seinen Einsatz ist es gelungen, am BER seit 2014 wesentlich voranzukommen.“ So lägen erstmals seit Beginn der Planungen alle Genehmigungen vor.

Marks war im Sommer 2014 von Siemens als Nachfolger von Jochen Großmann auf die Baustelle gekommen, der in einer Korruptionsaffäre gefeuert worden war. Zuvor hatte Horst Amann nach einem Machtkampf mit dem damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn seinen Stuhl räumen müssen. Amanns Vorgänger Manfred Körtgen hatten seinen Posten nach der geplatzten Eröffnung 2012 verloren.

Die Berliner CDU-Fraktion kritisierte, der Abgang von Marks bringe weitere Verzögerungen, weil sich jeder neue Verantwortliche erst wieder einarbeiten müsse. Ähnlich äußerte sich die FDP-Fraktion, die davon ausgeht, dass es Müller war, der im Fall Marks „Köpfe rollen“ ließ.

Der 56 Jahre alte gebürtige Berliner Bretschneider ist ein früherer „Siemensianer“. Er verweist auf dem Karriereportal Linkedin darauf, schon Großprojekte termintreu und im Budget umgesetzt zu haben. So war er Gesamtprojektleiter beim Bau der Transrapid-Strecke in Shanghai.

Bretschneider schreibt in der Rubrik „Ich suche“ im sozialen Netzwerk Xing: „Krisenprojekte, die gerettet werden müssen“. Er sei der richtige für die schwierigen Aufgaben, sagte Mühlenfeld. Er werde auf dem Weg zur Eröffnung des BER eine zentrale Funktion übernehmen.

Die Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens ist seit dem ersten Termin 2011 bereits fünf Mal verschoben worden, weil Fehlplanung, Baumängel und immer neue Technikprobleme das Projekt verzögern. Die Berliner Altflughäfen Tegel und Schönfeld sind in die Jahre gekommen und arbeiten teilweise am Limit.

dpa

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