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Bayer sieht sich bei Monsanto-Übernahme bald am Ziel

EU-Kommission prüft Bayer sieht sich bei Monsanto-Übernahme bald am Ziel

Noch wird die milliardenschwere Übernahme von Monsanto durch Bayer auf Herz und Nieren geprüft. Für Anfang 2018 erwartet der Pharma- und Agrarchemieriese eine Entscheidung. Vorstandschef Baumann ist zuversichtlich.

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Bayer-Chef Werner Baumann will den 66-Milliarden-Dollar-Deal bis Anfang 2018 stemmen.

Quelle: Oliver Berg

Leverkusen. Trotz Schwächen im laufenden Geschäft sieht sich der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer für die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto gewappnet.

Bei den Freigaben der 66 Milliarden US-Dollar teuren Akquisition durch die zuständigen Behörden mache Bayer Fortschritte, zog Vorstandschef Werner Baumann am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen ein Zwischenfazit.

Bei rund einem Drittel der Prüfungen seien bereits Genehmigungen erteilt worden. Derzeit nimmt die EU-Kommission den nicht unumstrittenen Zukauf unter die Lupe. Auch in den USA steht die Genehmigung noch aus.

Bayer arbeite eng mit den Behörden zusammen, um den Erwerb bis Anfang 2018 abschließen zu können, hieß es. Gemeinsam mit dem US-Konzern würden die Leverkusener bei Pflanzenschutz und Saatgut weltweit an die Spitze vorstoßen.

Der Agrarchemiemarkt befindet sich derzeit in einer tiefgehenden Konsolidierung. Dabei schließen sich große Anbieter zu noch stärkeren Einheiten zusammen. So hatte die EU-Kommission erst im vergangenen Frühjahr für die Großfusionen Syngenta/ChemChina und Dupont/Dow Chemicals unter Auflagen grünes Licht gegeben. Kritikern ist die Machtzusammenballung ein Dorn im Auge. Sie fürchten Nachteile für Umwelt, Verbraucher und Landwirte.

„Wir werden unser Möglichstes tun, alle Fragen so schnell wie möglich zu beantworten“, sagte der Bayer-Chef zur kritischen Einschätzung der EU-Wettbewerbsbehörde, die im August in die vertiefte Prüfung gegangen war. Erst vor wenigen Wochen hatte der Dax-Riese mitgeteilt, sich von Geschäften zu trennen, die sich mit den Monsanto-Aktivitäten überschneiden. Dazu gehören vor allem Saatgut und das Ackergift Glufosinat (Liberty), welche für fast 6 Milliarden Euro an den Konkurrenten BASF abgegeben werden sollen.

Baumann nannte die Ankündigungen einen „ersten Schritt“, der aus den Diskussionen mit den Aufsichtsbehörden entstanden sei. Ob weitere folgen könnten, ließ er offen. Das Unternehmen werde in den nächsten Wochen weitere Gespräche führen mit dem Ziel, den erfolgreichen Abschluss der Prüfungen voranzubringen.

Unterdessen zeigte der erfolgsverwöhnte Bayer-Konzern im dritten Quartal im operativen Geschäft einige Schwächen. Das gilt vor allem für das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten, deren Erlöse besonders in den USA rückläufig waren. Hierdurch verringerten sich die Erlöse um mehr als 7 Prozent und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sogar um 20 Prozent.

In der Pharmasparte glänzten zwar erneut die Hauptumsatzträger mit zum Teil zweistelligen Zuwachsraten, doch insgesamt verbesserte sich die Sparte von Juli bis Ende September nur um 2,3 Prozent. Börsianer hatten mehr erhofft. So war die Bayer-Aktie im Dax mit einem Minus von mehr als 3 Prozent bis zum Nachmittag der Tagesverlierer.

Insgesamt lag der Konzern in den ersten neun Monaten bei den Erlösen mit 24,4 Milliarden Euro leicht im Plus. Durch eine Neubewertung der Anteile an der ehemaligen Kunststofftochter Covestro, die nicht mehr von Bayer kontrolliert wird, schoss der Konzernüberschuss um 76 Prozent auf rund 7,2 Milliarden Euro nach oben.

dpa

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