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Bei VW arbeiten alle Standorte wieder

Wolfsburg Bei VW arbeiten alle Standorte wieder

Die Produktion an den VW-Standorten läuft nach dem Ende des Zuliefererstreits wieder normal.

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Ein VW-Mitarbeiter arbeitet am Motorblock für den Hybrid-Golf.

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Wolfsburg. Die Produktion an den VW-Standorten läuft nach dem Ende des Zuliefererstreits wieder normal. In allen betroffenen Werken lief gestern die Arbeit mit der Frühschicht planmäßig an, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Wegen der Auseinandersetzung fehlten dem Autobauer Getriebe-

Gussteile und Sitzbezüge der zur Prevent-Gruppe gehörenden sächsischen Zulieferer ES Automobilguss und Car Trim. Das hatte den Takt in den VW-Fabriken gestört: In Emden, Wolfsburg, Zwickau, Kassel, Salzgitter und Braunschweig konnten 27700 Menschen nicht wie geplant arbeiten.

Die beiden Teilehersteller hatten seit Anfang August nicht mehr geliefert. Da die Branche mit extrem eng getakteten Lieferketten arbeitet, waren die Folgen schnell drastisch.

Derweil wächst sich die Krise um manipulierte Diesel-Fahrzeuge bei Volkswagen auch zur Last für die Bürger an den VW-Standorten aus. Wegen der oft massiv einbrechenden Gewerbesteuern drehen betroffene Städte teils heftig an ihren Gebührenschrauben, wie eine bundesweite Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Damit verteuert sich der Alltag für viele Bürger merklich.

Es steigen die Gebühren von der Hafenstadt Emden – dort baut VW den Passat – bis ins kleine Weissach in Baden-Württemberg – da forscht die Konzerntochter Porsche. Die Beispielliste für die Sparbemühungen ist lang. Sie reicht von höheren Kosten bei Kinderbetreuung, Parken, Gräbern, Bädern oder der Hundesteuer über gestrichene Stellen in der Verwaltung bis hin zu Einschnitten in der Kulturförderung. Ein Ende der Belastungen ist mehr als ungewiss.

Zu seinen Gewerbesteuerzahlungen macht VW keine Angaben. Es sei aber Fakt, dass sie rückläufig sind, heißt es aus dem Konzern. Grobe Anhaltspunkte gibt die Bilanz: 2014 flossen gut zwei Milliarden Euro „tatsächlicher Steueraufwand Inland“. Für 2015, als die Krise im Spätsommer losbrach, sind es rund 800 Millionen Euro.

Die Affäre wird den Autobauer auf Jahre verfolgen. Die Aktie brach ein, Hunderte Leiharbeiter erhielten keine Vertragsverlängerung, das Management verschärfte die Sparprogramme und stellte Investitionen auf den Prüfstand. Im Frühling sickerte durch, dass bis Ende 2017 jede zehnte Stelle in der VW-Verwaltung wegfallen soll.

OZ

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