Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Betriebsrat will Mails in der Freizeit löschen lassen

Autobauer Porsche Betriebsrat will Mails in der Freizeit löschen lassen

Noch schnell ein paar E-Mails nach Feierabend beantworten – das soll nach dem Willen von Betriebsratschef Uwe Hück bei Porsche in Zukunft unmöglich sein. Damit Mitarbeiter gar nicht erst in Versuchung kommen, sollen die elektronischen Nachrichten zu bestimmten Zeiten automatisch gelöscht werden

Voriger Artikel
Briefe nicht mehr jeden Tag? Post beendet umstrittenen Test
Nächster Artikel
Deutsche machen 1,7 Milliarden Überstunden

E-Mails beantworten nach Feierabend: Der Porsche-Betriebsrat will das abschalten.

Quelle: dpa

Stuttgart. Aus Sorge vor zu hoher Arbeitsbelastung fordert Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück die Löschung dienstlicher E-Mails während der Freizeit. Mailkonten von Mitarbeitern sollten im Zeitraum zwischen 19 Uhr und 6 Uhr sowie am Wochenende und im Urlaub gesperrt werden, sagte Hück der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Abends noch Mails vom Chef lesen und beantworten, ist unbezahlte Arbeitszeit, die den Stress erhöht - das geht gar nicht.“ Mails, die in dieser Zeit eintreffen, sollten automatisch an den Absender zurückgeschickt werden und nicht mehr in der Mailbox des Mitarbeiters vorhanden sein, also automatisch gelöscht werden.

Hück peilt eine entsprechende Betriebsvereinbarung an, die eine solche Mailsperre vorsieht. Das Vorhaben wäre eine Verschärfung von Regeln des Porsche-Mutterkonzerns VW. Bei dem Wolfsburger Autobauer können Tarifbeschäftigte unter der Woche zwischen 18 Uhr und 6 Uhr sowie an Wochenenden keine Dienstmails mehr bekommen oder versenden. Gelöscht werden diese aber nicht - am Morgen ist die elektronische Post dann zu lesen. Das sei „vergleichbar mit einem Funkloch“, sagt ein VW-Betriebsratssprecher.

Mails am Tag noch einmal schicken

So eine Regel geht Hück nicht weit genug. „Was nützt Dir eine Mailsperre, wenn Du ins Büro kommst und erstmal Unmengen an Mails abarbeiten musst.“ Wichtige Mails müsste der Absender halt tagsüber noch einmal schicken, so der Betriebsrat. Allerdings soll es Ausnahmeregeln geben, etwa für die Spätschicht oder für Kollegen, zu deren Jobs die Kommunikation mit China oder USA gehört, also Märkten in anderen Zeitzonen.

Verschärfte Schutzbedingungen für die Belegschaft sind nach Darstellung von Porsche-Betriebsratschef Hück auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. „Der Fachkräftemangel wird sich verschärfen, die Suche nach Mitarbeitern wird immer schwieriger - also muss man doch die Belegschaft hegen und pflegen, damit sie möglichst lange im Unternehmen bleibt.“ Würde man hingegen nichts tun gegen die hohe Arbeitsbelastung, würde sich die Personalnot in der Wirtschaft verschärfen. „Ohne bessere Schutzbedingungen würde eine Welle an Burnouts kommen“, warnte Hück.

Die E-Mail-Regeln sollen nur für die tariflich bezahlten Beschäftigten gelten, außertarifliche Mitarbeiter - etwa Führungskräfte - wären außen vor. „Wer als Manager einen hohen Bonus bekommt, der kann auch abends noch eine Mail beantworten.“

Von RND/dpa/sag

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.