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Böhmermann kehrt mit „Verafake“-Paukenschlag zurück

Köln Böhmermann kehrt mit „Verafake“-Paukenschlag zurück

Jan Böhmermann beendet seine Fernsehpause - und provoziert wieder. Seine Behauptung, einen schüchternen Eisenbahn-Fan als Fake-Kandidaten in die RTL-Show „Schwiegertochterr gesucht“ geschleust zu haben, lässt die Erdogan-Debatte vergessen.

Köln. Jan Böhmermann hat sich mit einem Paukenschlag im Fernsehen zurückgemeldet und RTL damit in Erklärungsnot gebracht.

Böhmermann behauptete am Donnerstagabend in seinem „Neo Magazin Royale“ (ZDFneo/ZDF), einen Schauspieler in die Reality-Doku „Schwiegertochter gesucht“ des Privatsenders geschleust zu haben - den „einsamen Eisenbahnfreund“ Robin mit einem Faible für Schildkröten. Sowohl Robin als auch dessen in der Sendung präsentierte Vater „René“ seien seine Erfindung, erklärte der Moderator breitgrinsend - und zeigte zum Beweis einen Einspieler mit den beiden. RTL kündigte bis zum Freitagmittag eine Reaktion an.

Auf der Kandidaten-Liste von „Schwiegertochter gesucht“ war Robin am Freitag nicht mehr zu finden. Unter den „neuen Söhnen“ fand man nur noch zwölf Kandidaten, vom „humorvollen Hobby-DJ“ Thomas bis zum „schüchternen Sportschützen“ Ingo. Die Sendung wird von Vera Int-Veen (48, „Vera am Mittag“) präsentiert. Böhmermann stellte seine Aktion daher unter den Hashtag „#verafake“ - eine Anspielung auf seine „Varoufake“-Satire rund um den Mittelfinger des einstigen griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis. Unter „#verafake“ liefen dann auch die sozialen Netzwerke mit Kommentaren heiß.

Viele Zuschauer hatten eigentlich erwartet, Böhmermann werde sich nach seiner Fernsehpause in größerem Umfang mit seinem umstrittenen Erdogan-Gedicht auseinandersetzen. Böhmermann hatte wegen des Wirbels darum die TV-Pause eingelegt. Das Gedicht spielte nun vor allem in Anspielungen eine Rolle. Stattdessen kam Böhmermann mit dem „Verafake“ um die Ecke - bei guten Quoten. 620 000 Zuschauer (Marktanteil: 2,8 Prozent) verfolgten am Donnerstagabend von 22.20 Uhr an das „Neo Magazin Royale“ auf ZDFneo. Zuvor war es schon in der Mediathek zu sehen gewesen. Bis Mitternacht wurde die Sendung dort 90 000 Mal nach ZDF-Angaben abgerufen - nicht eingerechnet sind die mobilen Geräte wie Smartphones und Tablets.

dpa

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