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Böhmermann verschiebt Auftritt in US-Talkshow

Berlin Böhmermann verschiebt Auftritt in US-Talkshow

Der Satiriker meldet sich zurück: Fünf Wochen nach seinem kontroversen Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Erdogan spricht Jan Böhmermann über seine nächste ZDF-Sendung und Pläne in den USA. In einem Facebook-Video gibt er sich als nachdenklicher Clown.

Berlin. Jan Böhmermann hat einen geplanten Auftritt in einer US-Talkshow wegen der Kontroverse um sein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verschoben.

In einem Facebook-Video begründete der Satiriker die Entscheidung damit, dass er sich nicht als erstes in den USA zu der Affäre äußern wollte.

„Ich fand das eine doofe Idee, das das erste Mal in einer amerikanischen Talkshow zu machen. Weil das wirkt dann so ein bisschen, als würde ich wirklich denken, ich sei Ai Weiwei“, sagte Böhmermann am Mittwoch. In ein oder zwei Monaten solle der Auftritt aber nachgeholt werden. Bei welchem Talkmaster er auf der Gästeliste stehe, sagte er nicht.

Bereits am 12. Mai kehrt der 35-Jährige mit seiner ZDF-Show „Neo Magazin Royale“ zurück ins deutsche Fernsehen. Auf eigene Witze will er nach eigenen Worten in der nächsten Sendung aber verzichten. „Weil es ein bisschen schwierig ist, Witze zu machen zurzeit. Ich weiß nicht, was ich noch sagen darf. Kommt da die Polizei? Wird da ermittelt?“ Stattdessen sollen Zuschauer die Lacher liefern. „Das Stichwort ist Crowdsourcing“, erklärte der Moderator.

Details, wie das funktionieren soll, werde er noch bekanntgeben. So viel steht schon fest: „Die Witze müssen politisch korrekt sein“, sagte Böhmermann. Und: „Ihr müsst vorher einen Juristen fragen.“ Zu Gast sein soll ein Politiker - „ein kleiner, lustiger, deutscher Politiker, in dessen Gegenwart man nicht das Wort Stasi sagen darf“.

Fans hatten während des Live-Videos auf Facebook die Gelegenheit, Böhmermann zu befragen. Ob die Affäre um sein Schmähgedicht ihn stark belaste, schrieb einer. „Als Spaßvogel so 'ne Nummer abzuziehen, war natürlich mega“, antwortete Böhmermann. „Aber die persönlichen Konsequenzen, die jetzt nicht sehr überraschend kamen, aber die tatsächlich da waren, die sind dann tatsächlich so unangenehm, dass es an die Nerven geht, klar.“ Warum er es trotz der erwarteten Reaktionen durchgezogen hat? „Weil es mein Job ist. (...) Es geht tatsächlich darum: pushing the boundaries (etwa: die Grenzen auszuloten).“

Über Applaus aus der rechten Ecke sagte Böhmermann: „Man kann sich nicht aussuchen, wer klatscht und wer lacht.“ Gefragt, ob Satire alles dürfe, sagte er: „Ja, natürlich darf Satire alles. Und was genau Satire darf, entscheidet die Bundeskanzlerin.“ Und auf die Frage, ob er die Kanzlerin denn noch möge, antwortete der Satiriker: „Ich spreche hiermit der Bundeskanzlerin Angela Merkel mein vollstes Vertrauen aus.“

dpa

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